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Bewerbungsgebühren an Hochschulen

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen beobachtet die  Einführung von Bewerbungsgebühren an privaten Hochschulen und der Forderung nach diesen von staatlichen Hochschulen und positioniert sich wie folgt:

Die Liberalen Hochschulgruppen lehnen Gebühren für Studienplatzbewerbungen an staatlichen Hochschulen ab. Bei der Bewerbung um einen Studiengang sollen die Leistungen des Bewerbers zählen. Die finanziellen Mittel des Bewerbers dürfen dahingegen keine Rolle spielen.  Der LHG setzt sich für innovative Auswahlverfahren ein und bewertet die Auswahl durch NC als unzureichend.

Hochschulzugang

Im Rahmen des geforderten Wettbewerbs und stärkeren Profilierung der Hochschulen untereinander begrüßt der LHG die Möglichkeiten der Hochschulen, sich einen Teil ihrer Studierenden selbst auszusuchen. Der LHG fordert aber, daß weiterhin mindestens 50% der Studienplätze an einer Hochschule über das bisherige System Abiturnote/ Wartezeit vergeben werden. Um wirklich einen Wettbewerb zu ermöglichen, muß die Ausgestaltung den einzelnen Hochschulen in Eigenregie überlassen bleiben. Einzig eine Zulassung aufgrund einer gewichteten Abiturnote /z.B. Durchschnitt aus Abiturnote und Deutschnote für entsprechende Studiengänge) leht der LHG ab. Dieses Verfahren ist auf alle Fächer anzuwenden. Die ZVS ist im Zuge der Dezentralisierung und Kompetenzabgabe an die Hochschulen abzuschaffen.

Hochschulzugang

 

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen hält es im Rahmen der angestrebten Autonomisierung der Hochschulen (durch Globalhaushalte, eigene Profilgebungsmöglichkeiten, etc.) für geboten, das Verfahren für die Zulassung der Studierenden an den Hochschulen flexibler zu gestalten. Eine eigenständige Profilgebung der Hochschulen muß auch die Auswahl der Studierenden beinhalten, damit ein kreativer Wettbewerb stattfinden kann. Dieses setzt allerdings voraus, daß die Hochschulen der Studierenden tatsächlich bedürfen (über Mittelzuweisungen auf Grund der Studierendenzahlen, Absolventen, Studierenden in der Regelstudienzeit oder ähnlicher Kriterien), damit keine „Forschungsuniversitäten“ oder ähnliche Auswüchse entstehen. Wenn die Hochschulen sich aber um die Studierenden bemühen müssen, ist es auch logisch, daß sie bei einer die Kapazitäten überschreitenden Bewerberzahl wegen ihres guten Rufes eine Auswahl vornehmen müssen. Dieses Auswahlverfahren darf der Hochschule nicht vom Staat vorgeschrieben werden, sondern muß sich nur an den allgemeinen Rechtsgrundsätzen (Gleichheitsgrundsatz etc.) messen lassen.

Mögliche Verfahren wären zum Beispiel:

 

  • lokaler NC,
  • gewichteter NC,
  • Auswahlgespräche,
  • Bewerbungsschreiben,
  • Tests (wie Medizinertest),
  • Mischformen der oben genannten Verfahren,
  • örtliche Aufnahmeprüfungen.

 

Der Vorteil wäre, daß die Studienplatzbewerber sich nicht mehr einem vereinheitlichenden Verfahren (dessen Gerechtigkeit und Objektivität nur hypothetisch sein kann) unterwerfen müssen, sondern die Chance bekommen, ihre persönlichen Stärken im Wettbewerb um einen Studienplatz ihrer Wahl einzusetzen.

Wettbewerbsverzerrungen über das bisher bestehende Maß sind nicht zu erwarten, da die Hochschulen zum einen auf einen guten Ruf und auf die Studienplatzbewerber angewiesen sein werden, zum anderen aber auch noch an die gesetzlichen Rahmengesetzgebungen gebunden sind. Unrealistische Anforderungen an die Studienplatzbewerber können sich für die Hochschule auch nicht rechnen, da sie einen hohen Personal- und Kostenaufwand auf Seiten der Hochschule verursachen würden.

 

Der politische Liberalismus setzt ein Vertrauen in die Selbstregulierungskräfte des Wettbewerbs und in die Vernunft der Verantwortlichen voraus.

Bei einer realistischen Prognose ist davon auszugehen, daß keine Hochschule Zulassungsverfahren über Kartenlegen, Pendeln, Vogelschau, Geburtsdaten oder Haarfarbe einführen wird. Die gesetzlichen Vorgaben schützen die Bewerber ausreichend vor Diskriminierungen durch das Grundgesetz.

Man muß bei diesem Modell immer im Auge behalten, daß es nur im Kontext der Autonomie der Hochschulen und des Wettbewerbs um Studierende verstanden werden darf. Auswahlverfahren ohne die Kopplung der Mittelzuweisungen an die Ausbildungseffizienz würden zu keiner Verbesserung führen.