Schlagwort-Archive: Toleranz

Erklärung zu allen Arten von Intoleranz

Die im Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen vereinten Studierenden erklären sich solidarisch mit allen Menschen, die durch Vorurteile, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Nationalismus oder andere Arten der Intoleranz wegen ihrer relativen Andersartigkeit in ihren persönlichen Lebensumständen beeinträchtigt werden.

Wir Studierenden wissen aus eigener Erfahrung, wie ungewohnt und schwierig das Zurechtkommen in einer fremden Umgebung ist; gleichzeitig wissen wir aber auch, daß mit der Bewältigung dieser Probleme auf beiden Seiten wertvolle Erfahrungen einhergehen, die um so wichtiger sind, je offener man damit umgeht.

Aus diesem Grund verurteilen wir jedwedes ausländerfeindliches Verhalten und begrüßen die erfreuliche Reaktion der Bevölkerung, die mit friedlichen und besinnlichen Demonstrationen zeigt, daß eine derartige Intoleranz keine Unterstützung findet.

Schwulenpolitik an Hochschulen

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen (LHG) setzt sich für die gesellschaftliche Integration Homosexueller ein und unterstützt auch die Interessen schwuler Studenten. Im Einzelnen heißt das:

 

  1. Schaffung einer Infrastruktur für schwule Studenten

 

Schwulen- und Lesbenreferate und schwule Initiativen könen zur Information der Studierenden über Homosexualität beitragen und so Vorurteile abbauen. Sie sind Anlaufpunkt und Infopool für die Emanzipationsarbeit schwuler Studenten, sind Kommunikationsforum, leisten Kulturarbeit an der Hochschule und bieten Hilfen zum Coming Out.

Eine solche Infrastruktur entspricht den Bedürfnissen schwuler Studenten und erfüllt eine sinnvolle gesellschaftliche Aufgabe.

Deshalb fordern wir:

  • Wo sie noch nicht existieren, sollen Schwulenreferate eingerichtete werden.
  • Schwule Initiativen sollen durch die Organe der Verfaßten Studierendenschaft finanziell und ideell unterstützt werden.
  • Wo es die Raumsituation zuläßt, soll ein Raum an der Hochschule als schwules Kommunikationszentrum eingerichtet werden.

 

  1. Thematisierung von Homosexualität in der Wissenschaft

 

Die verstärkte Thematisierung von Homosexualität als Forschungs- und Lehrgegenstand an der Universität ist sinnvoll,

  • weil es auch ein praktisch wertvoller Beitrag zum Erkenntnisfortschritt der jeweiligen Wissenschaft wäre, die spezifische Situation von homosexuellen Menschen im Kontext des jeweiligen Wissenschaftsgebiets zu erforschen und zu lehren,
  • weil die wissenschaftliche Behandlung des Themas zur gesellschaftlichen Enttabuisierung beitragen kann und
  • weil so schwule und lesbische Wissenschaftler/innen ermutigt werden, für sie spezifisch relevante Fragestellungen wissenschaftlich zu bearbeiten.

 

Deshalb fordern wir:

  • Fachlich relevante Aspekte der Homosexualität sollen verstärkt in Seminaren, Hausarbeiten und Diplomarbeiten thematisiert werden. Sinnvoll ist eine solche thematische Integration insbesondere in sozial-, kultur-, rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Disziplinen sowie im Lehramtsstudium.
  • Bei der Forschungsförderung sind Projekte zur Homosexualität gleichberechtigt und angemessen zu behandeln.
  • Interdisziplinäre Forschungsstellen zur Homosexualität sind zu begrüßen. Die Möglichkeit und Sinnhaftigkeit, eine solche einzurichten, ist an der jeweiligen Hochschule zu prüfen.

Für Menschenwürde und Weltoffenheit – GEGEN Fremdenfeindlichkeit

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen (LHG) verurteilt aufs Schärfste jede Form von Übergriffen auf Asylbewerber, Aussiedler, ausländische Arbeitnehmer und andere Menschen aus anderen Kulturen. Er fordert alle Bürger und insbesondere die Mitglieder seiner Gruppen auf, zur Wahrung der Grundrechte dieser Bevölkerungsgruppen aktiv beizutragen. Insbesondere die Hochschulen sollten ein positives Beispiel für die Eingliederung ausländischer Mitmenschen sein. Der Bundesverband LHG unterstützt insbesondere den Aufruf „Für Menschenwürde und Weltoffenheit – GEGEN Fremdenfeindlichkeit“.

Aufs Schärfste verurteilt der LHG Versuche, das Asylthema zu parteipolitischen Zwecken zu mißbrauchen.

Vielmehr muß eine sensible, sachlich fundierte und lange überfällige Diskussion über das Phänomen der Migration geführt werden.