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7. Approbationsnovelle

Der LHG spricht sich gegen die 7. AO – Novelle in der beschlossenen Form aus. Wir lehnen es ab, daß Änderungen in der Medizinerausbildung ohne studentische Beteiligung vorgenommen werden. Wir fordern daher schnellstmöglich eine Nachbesserung der 7. AO – Novelle.

Wir halten es für sinnvoll, daß für Patientenuntersuchung und -demonstration die Gruppengrößen beschränkt werden, um geringe Belastung der Patienten und bestmögliche Ausbildung der Studierenden zu gewährleisten. Dies führt zu einer Kapazitätsverringerung der Studienplätze. Sie muß durch eine Beteiligung außeruniversitärer Krankenhäuser möglichst minimiert werden. Keinenfalls aber darf ein Mangel an Lehrpersonal für die neu eingeführten Pflichtseminare in der Vorklinik den Engpaß in der Kapazitätsberechnung darstellen. Wenn dieser sich durch Festlegung der Höchstteilnehmerzahl ergibt; muß er im Einzelfall durch Einrichtung zusätzlicher Lehrstellen behoben werden. Die Seminare stellen einen lange geforderten, ersten Schritt zur Verzahnung von Vorklinik und Klinik dar. Um die Pflichtstundenzahl dabei nicht wesentlich zu erhöhen, fordern wir eine sinnvolle Stoffverringerung in den naturwissenschaftlichen Fächern. Wir schlagen vor, diese verstärkt auf die Erfordernisse des Medizinstudiums auszurichten.

Bezüglich der Prüfungen fordern wir eine Entschlackung der Stoffülle zugunsten der grundlegende mediznischen Kenntrisse. Begleitende allgemeinbildende Fächer, wie zum Beispiel Geschichte der Medizin sollten innerhalb der Kurse geprüft werden aber nicht Teil der Examina sein. Der bestehenden Tendenz zur Spezialisierung der Fragen muß entgegengewirkt werden. Es widerspricht der in der 5. AO – Novelle erfolgten Einführung mündlicher Prüfungen, ebenfalls die Zahl der schriftlichen Fragen im 2. Staatsexamen zu erhöhen. Durch einen neuen Prüfungsmodus kann gleichzeitig der Bestehenden ausgeweitet werden.

Wir lehnen den AiP weiterhin naachdrücklich ab, da er nicht zur Verbesserung der Ausbildung, sondern zur Kosteneinsparung geschaffen wurde. Dies wird erneut verdeutlicht durch die Neuformulierung von §34b der. AO: „… Art und Umfangfang der Ausbildung sollen dem (Ausbildungszielen und -stand) entsprechen“. Dadurch werden Tätigkeiten und Kompetenzen des AiP der früheren Stellung eines Assistenzarztes am Anfang der Weiterbildung angeglichen.

Wir fordern daß der 7. AO – Novelle Schritte zu einer grundsätzlichen Reform des Medizinstudiums folgen. Zur Vorbereitung dieser Reform ist schnellstmöglichst eine Experimentierklausel der Hochschulen einzuführen.

AiP in der DDR

 

Dieser Beschluss wurde durch einen Beschluss der 25. ordentlichen Bundesmitgliederversammlung des LHG von 07.07 bis 09.07.2015 in Jena aufgehoben.

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen fordert das Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit auf, unverzüglich Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß der „Arzt im Praktikum“ (AiP) für einen anrechenbaren Zeitraum bis zu sechs Monaten auch an geeigneten Ausbildungsplätzen in der DDR abgeleistet werden kann. Die Vergütung für diesen Zeitraum soll vom BMFFG in Westwährung und nach bundesdeutschen AiP-Tarif getragen werden.

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen erklärt sich bereit, die Vermittlung von AiP-Stellen zu übernehmen.

Dieser Vorschlag ändert nichts an unserer prinzipiellen Ablehnung des AiP, da dieser nur unwesentlich zur Verbesserung der praktischen Ausbildung dient. Solange nicht bessere Formen des Praxisunterrichts eingeführt werden, halten wir aber Verbesserungen im Rahmen des bestehenden AiP für sinnvoll.

Verkürzung des Medizinstudiums

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen spricht sich für eine Verkürzung des Medizinstudiums durch die Rücknahme des AIP (Arzt im Praktikum) aus.

Um eine bessere praktische Ausbildung zu gewährleisten, soll das derzeitige praktische Jahr (PJ) ausgeweitet werden, ohne daß dadurch eine Ausbildungszeit von durchschnittlich sechs Jahren überschritten wird.

Entschiedene Gegenwehr setzt der LHG aber allen Plänen entgegen, wie sie von den Ärzteverbänden, vom Wissenschaftsrat und vom Bundesbildungsministerium propagiert werden, die Zahl der Studienfächer im Fach Medizin um insgesamt ein Viertel zu senken. Insbesondere fordert der LHG Bundesbildungsminister Möllemann auf, von seinen Anfang Juni 1988 vor dem Medizinischen Fakultätstag geäußerten, diesbezüglichen Plänen Abstand zu nehmen.