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Reform des Lehramtsstudiums

Das System des Lehramtstudiums muss grundlegend reformiert werden.

Das erste Staatsexamen soll abgeschafft werden und durch ein fachliches Grundstudium mit  einem regulären Bachelorabschluss ersetzt werden. Insbesondere ist es hierfür nötig, dass  gerade im Bereich der Bachelorkombinationen Flexibilität geschaffen wird, um Fächerdiversität zu erhalten. Auch der Wechsel zwischen Lehramtsstudiengängen und fachspezifischen Studiengängen soll hiermit erleichtert werden. Genaue Lehrinhalte sollen hierbei in Prüfungsordnungen der Universitäten festgelegt werden.

Die weitere Ausbildung soll zukünftig in dualer Form stattfinden mit einem abgeschlossenen  Bachelor als Zulassungsvoraussetzung. Diese Ausbildung soll vor allem aus praktischen Einheiten an Schulen bestehen und die im Beruf benötigten pädagogischen Inhalte vermitteln. Hierbei muss auf die Diversität der Bedürfnisse verschiedener Schulformen eingegangen werden.

Insbesondere soll den angehenden Lehrkräften in der Ausbildung neben dem allgemeinen Umgang mit Schülern vermittelt werden, wie Unterricht vorbereitet werden kann, welche Unterrichtsmethoden im Alltag erfolgreich durchgeführt werden können und welche Aufgaben neben der allgemeinen Lehrtätigkeit aus sie warten.

Auch weiterhin soll es eine staatliche Abschlussprüfung mit einem theoretischen Test geben. Außerdem sollen unangekündigte Unterrichtsbeobachtungen und Bewertungen durch ein Gremium aus betreuenden Lehrkräften und unabhängigen staatlichen Prüfern stattfinden. Die gängelnden Lehrproben sollen dadurch abgeschafft werden und zudem Schülermeinungen im Rahmen einer anonymen Evaluation in die Bewertung mit einfließen. Der Einsatz in mehreren Schulen während der Ausbildung soll weiterhin nach Bedarf der Schulen erfolgen, damit die Auszubildenden Lehrer Erfahrung sammeln können.

Öffnung des Lehramts für Universitätsabsolventen ohne Staatsexamen

Der LHG spricht sich dafuer aus, das Lehramt an Gymnasien fuer Bewerber ohne Lehramtsstudium und Staatsexamen zu oeffnen; das heisst das: das Staatsexamen soll nicht laenger unverzichtbare Voraussetzung fuer die Einstellung als Referendar sein. Zusätzlich sind Nachweise über die Fähigkeiten im Fach Pädagogik zu erbringen.

Stattdessen sollen ein abgeschlossenes Universitaetsstudium in einem am Gymnasium unterrichteten Fach und eine bestandene fachspezifische Eignungspruefung (die von den einzelnen Schulen oder vom Land organisiert sein kann) Voraussetzung fuer die Einstellung als Referendar sein.
Im Referendariat wird die paedagogische Eignung ueberprueft, die dann ueber die Einstellung entscheidet.

Gewalt an Schulen

Der LHG setzt sich mit Nachdruck dafür ein, die Studienordnungen für Lehramtsstudiengänge – insbesondere im Sekundarbereich – dahingehend zu ergänzen, daß der Themenbereich Gewalt an Schulen mit seinen Ausprägungen Gewalt von Schülern gegen Mitschüler und Gewalt von Schülern gegen Sacheigentum bei der Lehrerausbildung berücksichtigt wird; außerdem soll die Vermittlung sozialer Kompetenzen unter den Lehramtsanwärtern verbessert werden.

Lehramtsstudiengänge

Der LHG fordert eine bundesweite Anerkennung der Lehramtsabschlüsse. Absolventen wissenschaftlicher Studiengänge sollten die Möglichkeit erhalten, anders als bisher keine zusätzliche fachliche Prüfung mehr ablegen zu müssen, um den Lehrerberuf ergreifen zu können. Die Notwendigkeit einer umfassenden zusätzlichen pädagogischen Ausbildung dieses Personenkreises bleibt davon unberührt.