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Studieren mit Kindern

Studieren mit Kindern muß erheblich erleichtert werden. Deshalb fordert der LHG den Bau und Betrieb von ausreichend Krabbelstuben an allen Hochschulen, bis der ermittelte Bedarf derzeit von etwa 5% gedeckt ist. Möglichkeiten ehrenamtlicher, studentischer Selbstorganisation sind auszuschöpfen. Darüber hinaus ist im Bedarfsfall auf Finanzierungsmöglichkeiten wie bei Kindergärten zurückzugreifen. Die Betreuung in diesen Krabbelstuben muß dabei flexibel sein, d.h. die Eltern müssen die Möglichkeit haben, ihr Kind studenweise in der Gruppe abzugeben.

Weiterhin fordert der LHG, daß für Studierende mit Kind an den Universitäten Räumlichkeiten gestellt werden, in denen z.B. die Möglichkeit besteht, Kinder zu wickeln und zu füttern.

Da der Bedarf an Betreuung von Kindern auch im Vorschulalter und bei jüngeren

Schülerinnen und Schülern gegeben ist, fordern wir im Rahmen der aktuellen Nachfrage die Bereitstellung von Kindergartenplätzen und Schulplätzen mit der Möglichkeit einer Ganztagsbetreuung.

Beim Bau von Wohnheimen sollen in Zukunft die Bedürfnisse von studierenden Eltern, besonders von Alleinerziehenden, berücksichtigt werden.

Die bisher bestehenden und alle zukünftigen Freischußregelungen müssen Ausnahmeregelungen für studierende Eltern erhalten.

In Bezug auf die entsprechenden Sozialleistungsgesetze fordern wir, daß Studierende mit Kind die Möglichkeit einer zusätzlichen Förderung des Studiums und ausreichend Zuschüsse zur Miete erhalten.

Kinderbetreuung an Hochschulen

Ausreichende Angebote zur Kinderbetreuung sind eine entscheidende Voraussetzung, um Studium und wissenschaftliche Berufslaufbahn mit der Kindererziehung zu vereinbaren und damit zur Verbesserung der Situation von Eltern an den Hochschulen.

Viele Studierende und Angehörige des wissenschaftlichen Personals haben derzeit Schwierigkeiten, eine angemessene Versorgung ihrer Kinder zu gewährleisten. Denn die Kindertagesstätten am Wohnort nehmen, sofern überhaupt genug Plätze vorhanden sind, keine Rücksicht auf den Zeitplan des Hochschul-Lebens, wie unregelmäßige Stundeneinteilung, zahlreiche Abendveranstaltungen, etc. Einige sozialdemokratische Landesregierungen, z.B. in Niedersachsen, lehnen aber eine besondere Förderung von Kindertagesstätten an Hochschulen ab, da sie hierin eine Unterstützung gesellschaftlich angeblich privilegierter Gruppen sehen. Diese Haltung ist für uns absolut ungerechtfertigt.

Daher fordern wir Bund und Länder auf, die Einrichtung von Kinderbetreuungsmöglichkeiten an den Hochschulen verstärkt zu fördern. Dabei müssen die besonderen Bedürfnisse der Hochschulangehörigen berücksichtigt werden, vor allem die Zeitgestaltung der Studierenden. Daher sind insbesondere Elterninitiativ Gruppen zu unterstützen, wie sie Studierende an etlichen Hochschulen aufgebaut haben. Derartige Gruppen dürfen nicht länger an bürokratischen Hemmnissen wie der Raumvergabe scheitern. Die Flexibilität solcher Lösungen auf privater Basis ist den langfristigen Planungen öffentlicher Angebote vorzuziehen.

Studieren mit Kind

Der LHG fordert Länder und Kommunen auf, die dringend benötigten, ca. 22.000 Plätze in Kinderbetreuungseinrichtungen an Hochschulen (Kinderkrippenplätze), die nicht zu Lasten studentischen Wohnraumes gehen dürfen, zu schaffen, wobei eine Zusammenarbeit mit Hochschulorganen und Studentenwerken vor Ort anzustreben ist. Ferner ist in Neubauprogrammen für Studentenwohnheime den Bedürfnisse Studierender mit Kindern Rechnung zu tragen. Zudem werden Land und Kommunen aufgefordert, Privatinitiativen zur Betreuung von Kleinkindern nicht durch übermäßige bürokratische Auflagen zu behindern, sondern diese Eigenhilfe zu unterstützen.