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Hochbegabtenförderung in der Ausbildung

In die Ausbildung von Lehrern, Lehrerinnen, Schulpsychologen und Erzieherinnen ist innerhalb des Studiums die Fragestellung, „Erkennen und Umgang“ mit hochbegabten Kindern aufzunehmen. Ferner ist aufgrund des ständigen Wechsels und Fortschritts in diesem Bereich der Besuch von weiterbildenden Seminaren während der Berufsausbildung, in periodisch wiederkehrenden Zeitabschnitten, wünschenswert.

Hochbegabtenförderung

Die Hochbegabtenförderung von Bund und Ländern sträflich vernachlässigt. Nur etwa 8 Millionen Mark werden bundesweit für die ca.300.000 hochbegabten Schülerinnen und Schüler ausgegeben, spezielle Förderungsprogramme und qualifizierte Beratungsangebote für die Betroffenen fehlen. Die Lehrerinnen und Lehrer sind oftmals nicht in der Lage, eine Hochbegabung zu erkennen oder gar entsprechend zu fördern. Zahlreiche hochbegabte Kinder werden aufgrund falscher Einschätzung und Behandlung in Sonderschulen eingewiesen. Das staatliche Schulsystem und die vorgeschriebenen Lehrpläne lassen kaum Spielräume für eine notwendige individuelle Förderung. Die fehlende Förderung der hochmotivierten, leistungsbereiten und leistungsfähigen Kinder ist nicht nur schädlich für die Betroffenen und deren Familien, sondern auch für den Standort Deutschland.-

Der LHG fordert daher die schnelle Umsetzung der folgenden Forderungen:

  1. Die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern, von Schulpsychologen und von Erzieherinnen soll künftig auch das Thema Hochbegabung sowie das frühzeitige Erkennen und den Umgang mit hochbegabten Kindern umfassen.
  2. Es sind umgehend zusätzliche staatliche und private Seminare, Kurse und Fortbildungen für Hochbegabte anzubieten, die deren besondere Neigungen und Fähigkeiten berücksichtigen, fördern und ausbauen sollen.
  3. Besondere Beratungsangebote für hochbegabte Kinder und deren Eltern sollen schnellstens an allen Schulen angeboten werden.
  4. Die wenigen Schulen für hochbegabte Schülerinnen und Schüler sollen eine besondere finanzielle Förderung erhalten.
  5. Weitere Schulen für hochbegabte Schülerinnen und Schüler an sinnvollen Standorten sind wünschenswert und sollen so schnell wie möglich geplant und eingerichtet werden.
  6. Spezielle Programme für Hochbegabte in der Grundschule und in der Sekundarstufe I müssen umgehend entwickelt und eingeführt werden.
  7. Eine frühere Einschulung hochbegabter Kinder muß ermöglicht werden.
  8. Das Überspringen von Klassen/ Jahrgangsstufen soll erleichtert werden, um der permanenten Unterforderung entgegenzuwirken und frühere Abschlüsse zu ermöglichen.

9. Zusätzliche Lehrangebote für Hochbegabte sollen ermöglicht
werden.

  1. Eigene Kurse oder Klassen für Hochbegabte sind flächendeckend
    einzuführen.
  2. Hochbegabte Kinder, die auf Sonderschulen eingewiesen wurden, sollen besondere Stützkurse und Einzelunterricht erhalten.
  3. Förderprogramme für Hochbegabte sollen auch in Handel, Handwerk und an den Universitäten entwickelt und angeboten werden.