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Hochschulpolitik der Europäischen Union

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen fordert im Bewußtsein der Verantwortung für ein geeintes Europa einzutreten, die Einführung folgender hochschulpolitischer Rahmenbedingungen in Deutschland und in der Europäischen Union:

  • europäisches credit point system
    Das einheitliche Credit Point System für alle Studiengänge soll die Anerkennung der verschiedenen nationalen Hochschulabschlüsse sowie der im Ausland erbrachten Studienleistungen erleichtern.
  • Abschlußprüfungen in europäischen Fremdsprachen
    Die generelle Möglichkeit, die Abschlußprüfung oder Teile von ihnen, in einer für das Studienfach relevanten Fremdsprache abzulegen.
  • Lehrveranstaltungen in europäischen Fremdsprachen
    Die Hochschulen und Universitäten sollten verstärkt Lehrveranstaltungen in verschiedenen EU-Amtssprachen anbieten.

Studieren in Europa

Vielfalt im Wettbewerb

 

Im Rahmen der europäischen Einigung muß im Hochschulbereich die Vielfalt der Hoschulformen und Studiengänge erhalten bleiben. Der LHG lehnt eine Vereinheitlichung ab und fordert den gleichberechtigten Wettbewerb der Bildungssysteme.

Der LHG schlägt zusätzlich die Konzeption eines gemeinsamen europäischen Modellstudienganges vor, der in allen EG-Staaten als zusätzliche Option angeboten wird und sich insbesondere durch eine problemlose Anerkennung von Leistungsnachweisen und die Einbeziehung europabezogener Inhalte auszeichnet.

 

Studieninhalte auf Europa ausrichten

 

Als nach wie vor größtes Mobilitätshindernis sollen mangelnde Fremdsprachenkenntnisse durch die studienbegleitende, fachspezifische Fortführung von in der Schule erlernten Fremdsprachen abgebaut werden. Ziel muß es sein, daß jeder Student mindestens eine Fremdsprache fließend spricht. Integrierte Studiengänge, bei denen Studienaufenthalte im Ausland fester Bestandteil sind, und Hochschulpartnerschaften als Möglichkeit, mit relativ geringem Mittelaufwand einen guten Effekt zu erzielen, müssen forciert geschaffen werden.

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt im geeinten Europa besteht in der Einbeziehung europaspezifischen Fachwissens in die Studieninhalte, insbesondere in den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften.

 

Die soziale Dimension nicht vergessen.

 

Um eine internationale Orientierung im Studium realisieren zu können, müssen die materiellen Voraussetzungen dazu geschaffen werden. Dies bedeutet, daß zuküntig eine Förderung nach dem BAföG auch bei einem Vollstudium oder längeren Teilstudien im Ausland gewährt werden muß. Da sich kürzere Auslandsaufenthalte heute i.d.R. noch studienzeitverlängernd auswirken, muß für Studierende, die im Ausland waren, ein Ausgleich von Mehrkosten geschaffen werden.

Das gravierendste Mobilitätshindernis im sozialen Bereich ist die Wohnungsnot. Deswegen fordert der LHG die verstärkte Bereitstellung von Zimmerkontingenten in Wohnheimen und Europahäusern für Ausländer und Rückkehrende.

 

Flächendeckende Realisierung des ECTS

 

Das European Community Course Credit Transfer System, das über ein Punktesystem die Anerkennung von Leistungsnachweisen, die an in- und ausländischen Hochschulen erworben wurden, ermöglicht, darf kein Modell für wenige Studierende an einigen ausgewählten Hochschulen sein, sondern muß weitestgehend ausgedehnt werden.

Europa 1992

Angesichts der ab 1.1.1993 vorgeschlagenen vollkommenen Freizügigkeit für Personen, Waren und Dienstleistungen in der EG und den daraus folgenden neuen Anforderungsprofilen an den akademischen Nachwuchs fordert der LHG das Bundesbildungsministerium auf, durch massive Erhöhung der finanziellen Mittel dafür Sorge zu tragen, daß das ERASMUS-Programm in naher Zukunft so ausgeweitet wird, daß es den Experimentiercharakter verliert, damit ein Aufenthalt im innereuropäischen Ausland eher Regel denn Ausnahme für den bundesdeutschen Studierenden darstellt.

Desweiteren müssen alle bürokratischen Hindernisse in Bezug auf Anerkennung von Prüfungsleistungen, die dem Austausch entgegenstehen, beseitigt werden.

Die Westdeutsche Rektorenkonferenz wird aufgefordert, durch interuniversitäre Abkommen und Abbau von Imatrikulationserschwernissen darauf hinzuwirken, daß ein Aufenthalt im innereuropäischen Ausland eher Regel denn Ausnahme für den bundesdeutschen Studierenden darstellt.

In diesem Zusammenhang wird die Kultusministerkonferenz aufgefordert, durch angemessene finanzielle und personelle Ausstattung der Universitäten das Fundament für sprachpraktische Kurse an den Universitäten zu schaffen. Gerade im Hinblick auf den o.a. offenen, gemeinsamen Markt ist es unabdingbar für die deutschen Studierenden, mit überdurchschnittlichen Sprachkenntnissen auftreten zu können.

In Ergänzung zu dem o.a. Antrag wird der Bundesvorstand des LHG aufgefordert, mit liberalen Studentenverbänden in Europa Kontakt aufzunehmen mit dem Ziel gegenseitiger Kooperation und Unterstützung.