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Hochschulzugang für DDR-Bürger

Dieser Beschluss wurde durch einen Beschluss der 25. ordentlichen Bundesmitgliederversammlung des LHG von 07.07 bis 09.07.2015 in Jena aufgehoben.

 

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen fordert die zuständigen Organe der Bundesrepublik und der DDR auf, umgehend den Hochschulzugang für die DDR-Bürger zu ermöglichen, die aus politischen Gründen nicht zum Abitur in der DDR zugelassen wurden.

Konsequenzen aus der Entwicklung in der DDR für das bundesdeutsche Hochschulsystem

Dieser Beschluss wurde durch einen Beschluss der 25. ordentlichen Bundesmitgliederversammlung des LHG von 07.07 bis 09.07.2015 in Jena aufgehoben.

 

Es kann nicht Ziel liberaler Politik sein, den nach. den Umwälzungen in der DDR in die Bundesrepublik Deutschland kommenden Studierwilligen aus der DDR den Zugang zu den bundesdeutschen Hochschulen zu verwehren. Der LHG wendet sich deshalb gegen alle Versuche wie sie gerade in letzter Zeit z.B. vom bayrischen Wissenschaftsministerium vorgeschlagen wurden ‑ Studierwilligen durch administrative Maßnahmen ‑ z.B. Nicht‑Anerkennung des DDR‑Abiturs und Einführung eines ein‑ oder zweijährigen Vorbereitungskurses ‑ den Zugang zu den bundesdeutschen Hochschulen zu verwehren. Studierwillige aus der DDR müssen bei gleicher Qualifikation die gleichen Chancen haben wie ihre bundesdeutschen Kommilitoninnen und Kommilitonen.

Angesichts der schon heute nur als katastrophal zu bezeichnenden Lage an den bundesdeutschen Hochschulen muß jedoch alles unternommen werden, die Hochschulen in der DDR so aus‑ und umzubauen, daß ein Studium in der DDR attraktiver wird und der Studierwillige aus der DDR dann auch tatsächlich an einer DDR‑Hochschule sein Studium aufnimmt. Mittelfristig ist aber anzustreben, daß auch bundesdeutsche Kornmilitioninnen und Kommilitonen in der DDR studieren.

Dieser Umbau des DDR Hochschulsystems muß sofort in Angriff g

enommen werden, damit keine weitere Zuspitzung der Lage erfolgt.

Der LHG schlägt deshalb folgende Sofortmaßnahmen vor:

 

1) Sonderhaushalt für die DDR‑Hochschulen:

Der LHG fordert die Bundesregierung auf, den für den Ausbau der DDR‑Hochschulen eingerichteten Sonderhaushalt beim Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft deutlich aufzustocken, und zwar auf etwa zehn Prozent des Ansatzes für die bundesdeutschen Hochschulen, d.h. etwa 400 millionen DM für 1990.

 

2) Rechtssicherheit an den DDR‑Hochschulen:

Die Hochschulen der DDR müssen autonom und selbstverwaltet werden, damit die alleinige Kompetenz bei der Gestaltung von Studiengängen und der Festlegung von Prüfungsordungen bei den Hochschulen liegt. Nur so kann gewährleistet werden, daß ein Studienanfänger die Gewißheit hat, daß er sein Studium in der begonnenen Form beenden kann und einen Abschluß erwirbt, der hinterher in beiden deutschen Staaten anerkannt wird.

 

3) Stärkung der Lehre

Um das Problem des Mangels an qualifiziertem Personal zu lösen, müssen verstärkt westdeutsche Lehrende an den DDR‑Hochschulen eingesetzt werden ‑ Professoren, aber gerade auch Angehörige des akademischen Mittelbaus. Auftretende Lücken an westdeutschen Hochschulen müssen durch Neueinstellungen gedeckt werden. Ebenfalls sollten allerdings auch Lehrkräfte von DDR­Hochschulen an westdeutsche Hochschulen berufen werden, wo dies fachlich sinnvoll ist.

 

4) Verstärkte Kooperation zwischen den Hochschulen:

Die Zusammenarbeit zwischen den bundesdeutschen Hochschulen und den DDR‑Hochschulen muß verstärkt werden. So sollen gemeinsame Studiengänge entwickelt werden. Dies kann so geschehen, daß das Grundstudium in der DDR, das Hauptstudium aber in der Bundesrepublik Deutschland absolviert wird.

Außerdem soll jeweils eine nach dem Fächerspektrum geeignete bundesdeutsche Hochschule die Versorgung der ihr zugeordneten DDR‑Hochschule mit moderner, dem Forschungsstand entsprechender Literatur sicherstellen, indem die DDR‑Hochschule mittels Fernleihe an die Bibliothek ihrer Partnerhochschule angeschlossen wird. Außerdem sollte ein reger Austausch von Lehrenden und Lernenden in beide Richtungen stattfinden.

 

5) Stärkung der Forschung:

Um die DDR Hochschulen attraktiv zu machen, muß die Forschung dort dringend ausgebaut werden. Deshalb müssen Forschungsanträge aus der DDR von den Vergebern von Forschungsmitteln (Deutsche Forschungsgemeinschaft, Volkswagenstiftung, Ministerien) bevorzugt behandelt werden. Außerdem sollen Sondermittel für diesen Bereich bereitgestellt werden.

Ferner bleibt die westdeutsche Industrie aufgefordert, durch großzügige Sachspenden für die Ausstattung der DDR‑Hochschulen mit modernen Gerät Sorge zu tragen

Beschluß zur Deutschlandpolitischen Lage

Dieser Beschluss wurde durch einen Beschluss der 25. ordentlichen Bundesmitgliederversammlung des LHG von 07.07 bis 09.07.2015 in Jena aufgehoben.

 

Der LHG verfolgt mit Spannung die aufkommenden Veränderungen auch im Wissenschafts- und Hochschulbereich der DDR. Die liberalen Studierenden in der Bundesrepublik werden versuchen, alle sich jetzt bietenden Möglichkeiten zu nutzen, Kontakt sowohl zu möglicherweise entstehenden unabhängigen als auch zu den bereits in der FDJ existierenden studentischen Hochschulgruppen aufzunehmen.

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen unterstützt nachhaltig den verstärkten Informationsaustausch zwischen Hochschulen in beiden deutschen Staaten.

Der LHG wendet sich entschieden dagegen, den Reformprozeß in der DDR durch Diskussionen über Fragen des zukünftigen Status zu gefährden.

Der Respekt vor dem Freiheitswillen der Deutschen in der DDR gebietet es, daß wir nicht vorwegnehmen, was sie wollen, wie sie es wollen oder wann sie es wollen.

In diesem Sinn wird der LHG alles in seiner Kraft stehende zu tun, um, sofern möglich und erwünscht, die Kommilitoninnen und Kommilitonen in der DDR beim Aufbau demokratischer und pluralistischer Strukturen an ihren Hochschulen und bei der Lösung anderer Probleme zu unterstützen.

Darüberhinaus spricht sich der LHG für eine aktive Integrationshilfe der aus der DDR übersiedelten Kommilitoninnen und Kommilitonen durch die bundesdeutschen Studierenden aus.

Zu diesem Zweck fordern die liberalen Studierenden, daß die Probleme, die sich den neuen Bundesbürgern bei Aufnahme und Weiterführung ihres Studiums stellen, in der öffentlichen Diskussion und bei den Zuständigen Beachtung finden.