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Berufung nach Qualität, nicht nach Quantität oder Parteibuch

Die Liberalen Hochschulgruppen fordern die Universitäten und die Landesregierungen auf, bei der Berufung die Qualität eines Wissenschaftlers nicht nach rein statistischen und oberflächlichen Kriterien zu bewerten, wie die Häufigkeit von Zitierungen (z.B. h-Index).

Im Gegenzug dazu setzen wir uns dafür ein, die Qualitäten der Wissensvermittlung z.B. durch Praxiserfahrungen in Wirtschaftsunternehmen und in der Lehre verstärkt zu berücksichtigen.  Die Liberalen Hochschulgruppen setzen sich dafür ein, dass das Berufungsrecht alleine den Hochschulen vorbehalten ist. Ein Mitspracherecht bei der Auswahl der Professoren soll alleine dort liegen, nicht jedoch bei einem Ministerium. Auch über die die Einrichtung neuer Professuren und Lehrstühle sollen die Hochschulen, vor allem hinsichtlich von Schwerpunktbildungen, selbst entscheiden.

Berufungskommissionen sind auch mit stimmberechtigten Vertretern der jeweiligen Fachschaften und der wissenschaftlichen Mitarbeiter zu besetzen. Im Zuge des internationalen Wettbewerbs muss es den Hochschulen ermöglicht werden, unter bestimmten Voraussetzungen eine begrenzte Anzahl an sog. Hausberufungen durchzuführen. Dies darf allerdings nur im Rahmen eines transparenten Berufungsprozesses geschehen.

 

Hochschulautonomie

Im Zuge eines zu erstrebenden Wettbewerbes zwischen den Hochschulen fordert der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen; – getragen von dem Wunsch, eine größtmögliche Angebotsvielfalt und eine an der studentischen Nachfrage orientierte Ausrichtung der Studiengänge zu gewährleisten, – die Regierungen und Parlamente der Bundesländer auf, auf eine größtmögliche Autonomie der Hochschulen hinzuwirken.

 

Unabdingbare Voraussetzung ist eine effektive Einflußnahmemöglichkeit durch die Studierendenschaft auf die Qualität der Lehre einzelner Hochschullehrer. In diesem Zusammenhang fordert der LHG die Beendigung der Abhängigkeit der Hochschulen bei der Berufung von Professoren von der Genehmigung durch den zuständigen Minister. Darüberhinaus fordert der LHG die Schaffung von Globalhaushalten, die es den Hochschulen ermöglichen, die Mittelzuweisung nach eigenen Ermessen zu gestalten; so kann gewährleistet werden, daß die Ausbildungskapazitäten optimal ausgeschöpft werden. Es ist dafür Sorge zu tragen, daß die Fächervielfalt an den Hochschulen erhalten bleibt.

Studienordnungen sollten künftig nicht mehr der Genehmigung durch das zuständige Ministerium bedürfen.