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Studium international

Im Zuge der vermehrt geforderten Mobilität der Studierenden im In- und Ausland fordert der LHG:

  1. a) Die Anerkennung von an anderen Hochschulen erbrachten Studienleistungen muß stark vereinfacht und zum Normalzustand werden. Dies soll den Studierenden ermöglichen, flexibel auf des Leistungsangebot ihrer Hochschule einzugehen und damit den Wettbewerb unter den Hochschulen zu steigern.

 

  1. b) Für Auslandsaufenthalte soll der Studierende schon vor dem Aufenthalt verbindlich wissen, unter welchen Bedingungen seine Leistungen anerkannt werden. Sind diese Leistungen einmal von einer deutschen Hochschule anerkannt, sollen sie einer in Deutschland erbrachten Leistung gleichwertig sein. Das Anerkennungsverfahren muß stark vereinfacht und beschleunigt werden. Eine höhere Anerkennungsquote ist dringend notwendig.
  2. c) Um deutschen Studierenden internationale Vergleichbarkeit zu erleichtern, soll jeder Studierende staatlich geschützte, qualifizierte Abschlüsse nach dem angelsächsischen System machen können (insbesondere Bachlor und Master degree). Entsprechende Abschlüsse aus dem Ausland sollen ohne bürokratische Hürden in Deutschland anerkannt werden.
  3. d) Das BMBF wird aufgefordert, die Ursachen und Gründe für den stetig sinkenden Anteil ausländischer Studierenden an deutschen Hochschulen zu erforschen und Abhilfe zu schaffen. Insbesondere sollen die deutschen Hochschulen für Studierende aus den USA und Südostasien attraktiver gemacht werden. Die internationale Verflechtung aller Bereiche der Hochschulen muß im Zuge der Internationalisierung zu einer herausragenden Aufgabe gemacht werden.

 

Auslandsaufenthalte und internationale Austauschprogramme sind verstärkt zu fördern

Das Studium ausländischer Studenten an deutschen Hochschulen soll durch Stipendien und Sprachkurse sowie fremdsprachige Lehrveranstaltungen — vor allem im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich — verstärkt gefördert werden.

Diese Lehrveranstaltungen sollen gemeinsam mit deutschen Studenten durchgeführt werden. Darüber hinaus sollten die Hochschulen allgemein Fremdsprachenkenntnisse stärker abverlangen.

 

Fremdsprachen

Die zunehmende Internationalisierung sowie die Vollendung des europäischen Binnenmarktes machen die Verbesserung der Fremdsprachenausbildung an den deutschen Hochschulen notwendig.

 

Um der großen Nachfrage nach Sprachkursen gerecht zu werden, fordert der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen den Ausbau der Fremdsprachenvermittlung an den Hochschulen.

Hierzu ist eine verbesserte finanzielle Ausstattung der Sprachzentren und die Schaffung zusätzlicher Stellen für qualifizierte Lektoren, vor allem in den europäischen Sprachen,unerläßlich.

 

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen hält in diesem Zusammenhang die Vereinheitlichung der Zertifizierung von Sprachkenntnissen an den Hochschulen für notwendig, um einerseits einen Anreiz zur engagierten Teilnahme an Sprachkursen und andererseits die Gleichwertigkeit der Sprachausbildung an den Hochschulen zu gewährleisten.

 

Versuche wie das von dem Arbeitskreis der Sprachzentren (AKS) entwickelte Modell ‚UNICERT‘ sind hierbei ein Schritt in die richtige Richtung und sollte daher an den Hochschulen realisiert werden.

 

Demnach sollte es den Studierenden ermöglicht werden, in einem ca. 3-semestrigen Intensivkurs in Schule oder Grundschule erworbene Sprachkenntnisse auszubauen, daß ihm/ihr der Besuch einer entsprechenden ausländischen Hochschule ermöglicht wird. Dies wird durch ein Zertifikat bei erfolgreicher Teilnahme bestätigt.

 

In einem längerfristigen Konzept sollten europaweite Regelungen gefunden werden, durch die ein solches Zertifikat als ausreichender Nachweis der Sprachkenntnisse z.B. bei der Immatrikulation an einer ausländischen Hochschule anerkannt wird. Ein solches Konzept sollte ergänzend zu bereits bestehenden Qualifizierungsnachweisen gesehen werden.

Europa 1992

Angesichts der ab 1.1.1993 vorgeschlagenen vollkommenen Freizügigkeit für Personen, Waren und Dienstleistungen in der EG und den daraus folgenden neuen Anforderungsprofilen an den akademischen Nachwuchs fordert der LHG das Bundesbildungsministerium auf, durch massive Erhöhung der finanziellen Mittel dafür Sorge zu tragen, daß das ERASMUS-Programm in naher Zukunft so ausgeweitet wird, daß es den Experimentiercharakter verliert, damit ein Aufenthalt im innereuropäischen Ausland eher Regel denn Ausnahme für den bundesdeutschen Studierenden darstellt.

Desweiteren müssen alle bürokratischen Hindernisse in Bezug auf Anerkennung von Prüfungsleistungen, die dem Austausch entgegenstehen, beseitigt werden.

Die Westdeutsche Rektorenkonferenz wird aufgefordert, durch interuniversitäre Abkommen und Abbau von Imatrikulationserschwernissen darauf hinzuwirken, daß ein Aufenthalt im innereuropäischen Ausland eher Regel denn Ausnahme für den bundesdeutschen Studierenden darstellt.

In diesem Zusammenhang wird die Kultusministerkonferenz aufgefordert, durch angemessene finanzielle und personelle Ausstattung der Universitäten das Fundament für sprachpraktische Kurse an den Universitäten zu schaffen. Gerade im Hinblick auf den o.a. offenen, gemeinsamen Markt ist es unabdingbar für die deutschen Studierenden, mit überdurchschnittlichen Sprachkenntnissen auftreten zu können.

In Ergänzung zu dem o.a. Antrag wird der Bundesvorstand des LHG aufgefordert, mit liberalen Studentenverbänden in Europa Kontakt aufzunehmen mit dem Ziel gegenseitiger Kooperation und Unterstützung.