Schlagwort-Archive: Arbeitsplatz

Studentische Beschäftigungsverhältnisse

Im letzten Jahrzehnt sind eine Vielzahl an Aufgaben auf studentische Hilfskräfte übertragen worden. Gleichzeitig wurden die billigeren studentischen Beschäftigten genutzt, um langfristige, „normale“ Beschäftigungsverhältnisse zu ersetzen. Die studentischen Beschäftigten übernehmen dabei eine Vielzahl an Aufgaben und sind aus dem universitären Betrieb nicht mehr wegzudenken. Ohne sie wäre die Arbeit an den Hochschulen nicht mehr zu bewältigen. Seit 1992 sind, mit Ausnahme Berlins, sämtliche studentische Beschäftigte von den Tarifverträgen des Öffentlichen Dienstes ausgeschlossen. Der Wert ihrer Arbeitsleistung wird nicht durch ein marktorientiertes System aus Angebot und Nachfrage bestimmt. Stattdessen herrscht mit den Tarif-Richtlinien der Länder ein einmaliges staatliches Diktat! Ebenso fehlt es an einer effektiven Personalvertretung. Die Auswahlkriterien bei Einstellungen sind intransparent. Teilweise drängt sich der Verdacht auf, Stellen würden nach persönlichen Sympathien und weniger nach den Leistungen der Studierenden vergeben. Auch die Durchsetzung von Arbeitnehmerrechten, wie Urlaub, Entgeltfortzahlung etc. hängt bei den studentischen Beschäftigten teils sehr stark von der Willkür der professoralen Dienstherren ab. Eine Missbrauchskontrolle ist dabei nicht ersichtlich. Die studentischen Beschäftigten leisten teilweise die gleiche bzw. gleichwertige Arbeit, werden aber entgegen dem Gleichheitsgrundsatz schlechter behandelt. Ziel: Wir wollen eine Regelung der Arbeits- und Entgeltbedingungen durch einen freien Markt. Die Universitäten und die studentischen Beschäftigten als Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollen die Bedingungen selbst aushandeln. Sie sind viel eher in der Lage, realistische und gerechte Ergebnisse auszuhandeln als die von der Finanzpolitik eingeschränkten Landeswissenschaftsminister. Die Wahrung der Rechte der studentischen Beschäftigten soll durch von den Studierenden zu bestimmendes Gremium gewährleistet werden. Letztlich sollen die studentischen Beschäftigten den anderen Beschäftigten der Hochschulen gleichgestellt werden.

Personalstrukturreform

Der Bundesverband der Liberalen Hochschulgruppen fordert die grundlegende Reform der Personalstruktur an den Hochschulen.

Ziel dieser Reform muß sein, die Qualifikationszeit zur Professur zu verkürzen und eine Verjüngung der Hochschullehrerschaft zu erreichen. Daher ist es dringend geboten, dem wissenschaftlichen Nachwuchs zu einem möglichst frühen Zeitpunkt die Möglichkeit zu selbständiger wissenschaftlicher Tätigkeit zu geben.

Die Personalstruktur des Mittelbaus ist im HRG zu starr und zu stark ausdifferenziert und muß daher vereinfacht werden. Die bisher bestehenden Personalkategorien im Mittelbau sind auf die folgenden zu beschränken:

  • Lehrkräfte, die auf unbefristeten Stellen Dienstleistungen in Forschung und Lehre erbringen, und
  • Assistenten, die auf befristeten Stellen eine wissenschaftliche Qualifikation (Dissertation) anstreben.

Die Unterscheidung von Assistent und Ingenieur ist im HRG zu streichen.

Des weiteren soll die Position des Assistenzprofessors geschaffen werden. Diese stellt eine unmittelbare Vorstufe zur ordentlichen Professur dar und beinhaltet wie diese das Recht, selbständig zu lehren und zu forschen. Der Assistenzprofessor wird nicht berufen, sondern stets befristet beschäftigt. Seine jenseits der Promotion zu erbringenden wissenschaftlichen Leistungen sollen ihn zur Professur qualifizieren. Die Habilitation wird dadurch obsolet.

Diese Neuregelungen sollen zunächst im HRG verankert werden. Langfristig wird eine Regelung dieser Strukturen in einem Wissenschaftsvertrag zwischen autonomen Hochschulen und Mitarbeitervertretern gefordert.