Schlagwort-Archive: Abitur

Neue Hochschulzugangsvoraussetzungen

Die Hochschulen erhalten das Recht, sich alle ihre Studierenden selbst auszusuchen. Dabei dürfen sie in der Wahl ihrer Kriterien nicht über die grundrechtlichen Schranken hinaus eingeschränkt werden. Sie bestimmen damit natürlich auch den Ablauf des Bewerbungs- und Auswahlverfahrens. Die Zentrale Vergabestelle für Studienplätze (ZVS) wird überflüssig.

 

Insbesondere sind die Hochschulen bei der Auswahl ihrer Studierenden nicht an das Abiturergebnis gebunden. Außerdem ist das Bestehen des Abiturs nicht mehr die einzige Möglichkeit, ein Studium aufzunehmen.

Das Abitur bleibt aber weiterhin die Bescheinigung der allgemeinen Hochschulreife.

 

Damit dieses System nicht zum Abbau von Studienplätzen führt, muss sichergestellt sein, dass Hochschulen Studierende für ihren Erhalt benötigen. Hierfür müssen Anreizsysteme im Rahmen der Hochschulfinanzierung geschaffen werden.

Freier Hochschulzugang

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen spricht dem Abitur den alleinigen Vertretungsanspruch auf Feststellung der Studiereingangsfähigkeit ab.
Den Hochschulen müssen auch andere Zugangswege zur Verfügung stehen.

Auch Studieneinsteigern aus nicht-gymnasialen Bildungsgängen soll eine Chancengleichheit und Zugang zum Studium ermöglicht werden. Der LHG empfiehlt, Platzkontingente für diese Seiteneinsteiger zur Verfügung zu stellen. Eine selbständige und eigenverantwortliche Hochschule sollte entsprechende Auswahlverfahren selbst entwickeln und verwirklichen dürfen.

Die Hochschule sollte nach der Studieneingangsphase die Freiheit haben, über die Studienfähigkeit ihrer Studenten selbst zu entscheiden.

Hochschulzugangsberechtigung

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen (LHG) lehnt eine Vergabe der Hochschulzugangsberechtigung auf alleiniger Grundlage der Abiturnote (Numerus Clausus) ab.

 

Die Zulassungsberechtigung zu einem Studiengang muß entweder jedem Studienberechtigtem zustehen, oder durch Eignungsprüfungen nachgewiesen sein, sofern die Situation an der jeweiligen Hochschule eine Zulassungsbeschränkung erfordert.

 

Wenn die Situation an einer Hochschule eine Zulassungsbeschränkung erfordert, muß dies durch Eignungsprüfungen geregelt werden oder durch ein Verfahren, das die Ergebnisse eines Eignungstestes mit der Abiturnote koppelt.

 

Diese Notwendigkeit ergiebt sich aus folgendem:

 

  • Die Anforderungen an das Abitur sind in den Bundesländern zu unterschiedlich.

 

  • Selbst in einem Bundesland, ja sogar in einer Stadt, sind die Abiturnoten von Gymnasium zu Gymnasium mitunter sehr verschieden.

 

  • Das Abitur in seiner augenblicklichen Form ist kein Garant für eine Vorbildung, die ein Studium an einer Hochschule erfordert.

 

  • Eine Einführung des Wettbewerbs zwischen den Hochschulen kann nicht auf ein individuelles Zulassungssystem verzichten.

Hochschulzugangsberechtigung

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen (LHG) fordert im Sinne flexibler Strukturen innerhalb der Bundesländer, das Erlangen der allgemeinen Hochschulreifen auch nach 12 oder 12,5 Jahren zu ermöglichen. Folglich muß der Studienbeginn in allen Studiengängen zum Sommersemester ermöglicht werden.

Eine Hochschulzugangsberechtigung kann auch über berufliche Qualifikation erlangt werden. Die Zugangsberechtigung erstreckt sich dann auf Fächergruppen, die den berufsspezifischen Kenntnissen entspricht.