Kritik an hochschulpolitischen Vorschlägen der F.D.P.

  1. Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen (LHG) begrüßt, daß die F.D.P. die Bildungspolitik zu einem ihrer politischen Schwerpunkte machen will und durch ihren Bundesvorsitzenden Wolfgang Gerhardt ein erstes Diskussionspapier „Für eine Bildungsstrukturreform in Deutschland“ vorgelegt hat.
  2. Der LHG begrüßt, daß das Papier langjährige Forderungen des LHG u. a. nach mehr Wettbewerb zwischen den Hochschulen, einer größeren Autonomie der Hochschulen und einer ständigen Evaluation von Lehr- und Forschungsleistungen aufgreift.
  3. Der LHG bedauert, daß keine Vorschläge zur dringend notwendigen Reform der Ausbildungsfinanzierung gemacht werden.
  4. Der LHG lehnt die Forderung Gerhardts, bereits nach dem zweiten Semester obligatorisch Leistungsnachweise zu verlangen, ab. In Zeiten einer miserablen Betreuung in den Anfangssemestern scheitern viele Studierende oft schon deshalb an den ersten Hürden des Studiums, weil sie noch gar nicht wissen, ob sie wirklich ein für sich geeignetes Fach studieren. Hilfe (durch Betreuung) statt Strafe (Zwangsexmatiikulation) muß hier die Devise lauten.
  5. Der LHG spricht sich gegen die Forderung nach Studiengebühren für Studierende aus, die die Regelstudienzeit deutlich überschreiten. Hier handelt es sich um eine Zwangs-maßnahme, die die individuelle Lebenswirklichkeit vieler Studierender nicht berücksichtigt. Der LHG wirbt dagegen erneut für ein System modularer Studiengänge, daß dem Grundsatz des lebenslangen Lernens Rechnung trägt und den Begriff der „Langzeitstudierenden“ obsolet werden läßt.
  6. Der LHG hält das vorgelegte Diskussionspapier in bezug den Beamtenstatus der Professoren und auf die Problematik des Studienzugangs für noch nicht weitgehend genug. Der LHG fordert die Abschaffung des Beamtenstatus‘ für Hochschullehrer und der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS).