Archiv der Kategorie: 58. Bundesmitgliederversammlung, Juni 2017 in Berlin

Forschung und Lehre enger verzahnen durch ‚Forschendes Lehren‘

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen fordert eine breite Beteiligung von Studenten in der Forschung. Gemäß dem Humboldt’sche Bildungsideal gehören Forschung und Lehre unmittelbar zusammen. „Forschendes Lernen“ sollte fest in die Lehrangebote für interessierte Studierende aller Studiengänge integriert werden, um Studierende frühzeitig im Studium an Forschung heranzuführen. Jeder Student muss die Chance auf Teilhabe an einem Forschungsprozess haben.

Dementsprechend sind auch eine Weiterbildung des Lehrpersonals sowie eine Strukturanpassung der Studiengänge anzustreben. Prüfungen sollen nicht nur theoretisches Wissen abfragen, sondern, wo möglich, auch Methodik und praktische Fähigkeiten. Die Bundesländer rufen wir auf, im Falle einer entsprechenden Umsetzung die notwendigen Gelder dafür bereitzustellen. Auch im Falle einer Fortführung des Qualitätspakts für die Lehre sind vom Bund Projekte, die „Forschendes Lehren“ umsetzen wollen, besonders zu berücksichtigen.

Hilfe bei moralischen Bedenken anbieten, nicht aufdrängen.

 

Die Liberalen Hochschulgruppen möchte es jedem an einem Forschungsprojekt Beauftragen die Möglichkeit geben, bei ethischen Bedenken bei einem Projekt einen fachlichen Rat zu ermöglichen. Deshalb sollen Ethikkommissionen an den Universitäten, den Forschern und Wissenschaftlern beratend zur Seite stehen. Diese sollen angerufen werden können, wenn Bedenken über die ethische und moralische Vertretbarkeit ihres Forschungsprojektes bestehen. Diese Ethikkommission ist mit Experten, Vertretern der Professoren, der wissenschaftlichen und künstlerischen Mittarbeiter sowie der Studenten zu besetzen.

Befreit den Wohnungsmarkt von seinen Fesseln!

 

Präambel

Die Wohnungsknappheit in Deutschlands Großstädten spiegelt sich in den steigenden Mietpreisen wider. Marktregulierungsinstrumente wie die Mietpreisbremse haben sich als untauglich erwiesen. Als Liberale sind wir der festen Überzeugung: Nur ein Mehr an Wohnungen sorgt für stabile, wenn nicht gar für sinkende Preise. Das Angebot muss daher wachsen, um die hohe Nachfrage ausgleichen zu können. Private Investoren bauen schneller, nachhaltiger und dauerhaft günstiger als es der Staat je könnte.

Da auf dem Wohnungsmarkt alle staatlichen Ebenen regulativ eingreifen, fordert der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen sowohl Bund, Länder als auch Kommunen zum Handeln und zum Abbau von Bauhemmnissen auf.

Bund

Der Bund ist gefordert das Bauplanungsrecht zu verschlanken. Konkret sind die Planungspflicht für die Kommunen aufzulockern sowie im Bundesbaugesetz (BBauG) die Ziele für die Kommunen zu kürzen. Weiterhin fordern wir die Abschaffung der Mietpreisbremse.

Auch hinsichtlich der Energieeinsparverordnung, die zu einem verteuerten Bauen führt, fordert der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen eine tiefgreifende Neuordnung. Die Kritik der Fachleute am Dämmen hat dabei aufgegriffen zu werden. Fristen zur Zwangsmodernisierung haben, ebenso wie Subventionen, geprüft zu werden.

Länder

Eine weitere Aufblähung des Bauordnungsrechts lehnen wir ab. Barrierefreiheit ist für uns bei öffentlichen Gebäuden bzw. bei öffentlichen Bauträgern eine Pflicht. Diese Pflicht ist aber nicht auf Privatleute zu übertragen. Vielmehr fordern wir stärkere Aufklärung über Barrierefreiheit, wenn natürliche Personen bauen wollen.

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen sieht es als dringend erforderlich an, eine neue Hierarchie im Denkmalschutz einzuführen und der Unteren Denkmalschutzbehörde genauso wie der Kommune ein gleichwertiges Stimmrecht einzuräumen. Ferner muss zukünftig auch die wirtschaftliche Nutzung eines Bauwerkes, welches bereits vollkommen durchfeuchtet oder größtenteils zerstört ist, in Betracht zu ziehen, so dass dessen Zuordnung geändert werden kann.

Kommunen

Zu allererst haben die Kommunen bei ihren Eingriffen in den Wohnungsmarkt über ihre Satzungen stärker auf die Preisfolgen zu achten. Die Planung von Baugebieten soll zukünftig nicht mehr im Detail erfolgen, die Ausweisung von mehr Mischgebieten hat mehr berücksichtigt zu werden. Zudem sind die Kommunen aufgefordert, mehr Baugebiete auszuweisen. Sollte eine Kommune eine Stellplatz- und/oder Gestaltungssatzung erlassen haben, sollen bzw. soll diese wieder abgeschafft werden.

Den Kommunen ist nach Bundesrecht die Einführung der Mietpreisbremse überlassen. Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen fordert die Kommunen auf, auf eine Einführung zu verzichten und für den Fall, dass die Mietpreisbremse schon eingeführt wurde, ihre Abschaffung.

Zweitwohnsitzsteuern sind für uns weiterhin inakzeptabel.

 

 

 

Ein Studienabbruch ist keine Katastrophe: Ursachen bekämpfen, Perspektiven schaffen!

 

 

Zahlreiche Studierende verlassen die Hochschule ohne Abschluss. In Deutschland ist die Studienabbrecherquote signifikant höher, als im OECD-Durchschnitt.  Die Gründe für einen Studienabbruch sind multifaktoriell. Scheitern an den Leistungsansprüchen des Hochschulstudiums ist nur einer von vielen. Weitere Gründe sind unter anderen, eine abfallende Studienmotivation oder ein Entfremdung vom Hochschulwesen.

Für die Liberalen Hochschulgruppen ist ein Studienabbruch kein Beinbruch. Die Zeiten, in denen ein Studienabbrecher als Totalversager galt, sind vorbei.

Aus Sicht der LHG sind zahlreiche Studienabbrüche vermeidbar:

Die Liberalen Hochschulgruppen schlagen mehrere präventive Maßnahmen vor:

1.) Studienabbruch aus Leistungsgründen

Zahlreiche Studenten scheitern an den Leistungsansprüchen. Sie verlieren ihren Prüfungsanspruch und werden exmatrikuliert.

Um einen  unnötigen Studienabbruch zu verhindern, muss gewährleistet sein, dass Prüfungen zeitnah wiederholt  werden können.
Ein zwangsläufiges Warten von ein- oder zwei Semestern bis zum Neubelegen der Prüfung ist für uns nicht akzeptabel. Von der Forderung, Leistungsanforderungen zu senken, nehmen die Liberalen Hochschulgruppen Abstand.

Anstelle von NCs sollen die Hochschulen fachbezogene Eignungstests als Zugangsvoraussetzung einführen dürfen, um die Eignung rechtzeitig und repräsentativ feststellen zu können.

2.) Studienabbruch aus Motivationsgründen

Viele Studierende brechen ihr Studium aufgrund mangelnder Motivation ab. Die Liberalen Hochschulgruppen halten einen Studienabbruch für konsequent, wenn ein Student erkennt, dass ein Studium oder das Berufsfeld nicht seinen Vorstellungen entspricht.

Hochschulen müssen außerdem studierendenfreundlicher werden. Noch viel zu oft sind Hochschulen und die Studienorganisation zu unübersichtlich, bürokratisch und undurchsichtig. Für Studieninteressierte müssen möglicher Studienablauf, Studienbedingungen, sowie die möglichen Berufsfelder informiert werden. Die Liberalen Hochschulgruppen verweisen dabei auch auf ihr Konzept des ‚Studium generale‘, bei dem ein Studierender zunächst Einblick in zahlreiche Fachrichtungen erhält.

Studien haben gezeigt, dass die Motivation ein Studium weiterzuverfolgen auch damit zusammenhängt, wie gut man mit anderen Studierenden vernetzt und sozialisiert ist. Logisch, gemeinsam kann man sich durch den Dschungel Hochschule besser durchkämpfen, als allein!

Orientierungswochen an der Hochschule sollen daher auch das Ziel haben den sozialen Zusammenhalt der Studis zu fördern! Ein Unicampus soll kein anonymer Massenbetrieb sein.

 

3.) Studienabbruch aus finanziellen Gründen

Ein Studium sollte niemals aus finanziellen Gründen abgebrochen werden müssen. Nicht jeder Student erhält BaföG oder kann von seinen Eltern unterstützt werden. Ebenso lässt nicht jedes Studium einen Nebenjob zu. Die Liberalen Hochschulgruppen setzen sich daher vehement für das eltern- und vermögensunabhängige BaföG ein. Wir sprechen uns außerdem für Aufbaukredite durch die KfW ein.
So bieten wir jedem Studierenden die solide Basis für ein gutes Studium.

 

Maßnahmen im Falle eines Studienabbruchs:

Wer ohne Abschluss studiert hat, hat trotzdem gelernt und meist Erkenntnisse und Fähigkeiten gewonnen. Studien zeigen, dass Studienabbrecher zahlreiche unterschiedliche Karrierewege einschlagen können. So kommt es z.B. zu einem Einstieg in eine Berufsausbildung. Auch möglich ist eine spätere Rückkehr an die Hochschule.

Es muss in unserem Interesse liegen, dass Studienabbrechern der weitere berufliche Weg nicht schwerer als nötig gemacht wird. Wir wollen daher die Anerkennung von Studienleistungen für Leistungen in der Berufsausbildung ausweiten. Dies könnte sich in einer Verkürzung der Ausbildungszeit niederschlagen.

 

 

 

 

Hochschulsozialpakt für Sozialen Wohnungsbau

 

Bezahlbarer Wohnraum ist die Basis für ein erfolgreiches Studium, unbezahlbarer Wohnraum kann hingegen talentierte Hochschulberechtige vom Studium abhalten. Um diesen Missstand entgegen wirken zu können, muss aktiv gehandelt werden. Allerdings sehen wir Instrumente wie die Mietpreisbremse und die damit einhergehende Gängelung von Vermietern für den falschen Weg. Stattdessen fordern die Liberalen Hochschulgruppen einen Hochschulsozialpakt für Sozialen Wohnungsbau auf gemeinsamer Bund-Länder-Ebene. Dieser Sozialpakt soll gleichzeitig zu anderen Hochschulsozialpakten auf Länderebene bestehen und sowohl genutzt werden, um neuen Wohnraum zu schaffen, als auch Alten zu sanieren.In der Förderhöhe von 3,3 Milliarden Euro sollen nicht nur staatliche, sondern auch private Anbieter gleichermaßen unterstützt werden. Die Mittel der Länderpakte dürfen nicht gekürzt werden.