Archiv der Kategorie: 57. Bundesmitgliederversammlung, Januar 2017 in Erfurt

Reform des Lehramtsstudiums

Das System des Lehramtstudiums muss grundlegend reformiert werden.

Das erste Staatsexamen soll abgeschafft werden und durch ein fachliches Grundstudium mit  einem regulären Bachelorabschluss ersetzt werden. Insbesondere ist es hierfür nötig, dass  gerade im Bereich der Bachelorkombinationen Flexibilität geschaffen wird, um Fächerdiversität zu erhalten. Auch der Wechsel zwischen Lehramtsstudiengängen und fachspezifischen Studiengängen soll hiermit erleichtert werden. Genaue Lehrinhalte sollen hierbei in Prüfungsordnungen der Universitäten festgelegt werden.

Die weitere Ausbildung soll zukünftig in dualer Form stattfinden mit einem abgeschlossenen  Bachelor als Zulassungsvoraussetzung. Diese Ausbildung soll vor allem aus praktischen Einheiten an Schulen bestehen und die im Beruf benötigten pädagogischen Inhalte vermitteln. Hierbei muss auf die Diversität der Bedürfnisse verschiedener Schulformen eingegangen werden.

Insbesondere soll den angehenden Lehrkräften in der Ausbildung neben dem allgemeinen Umgang mit Schülern vermittelt werden, wie Unterricht vorbereitet werden kann, welche Unterrichtsmethoden im Alltag erfolgreich durchgeführt werden können und welche Aufgaben neben der allgemeinen Lehrtätigkeit aus sie warten.

Auch weiterhin soll es eine staatliche Abschlussprüfung mit einem theoretischen Test geben. Außerdem sollen unangekündigte Unterrichtsbeobachtungen und Bewertungen durch ein Gremium aus betreuenden Lehrkräften und unabhängigen staatlichen Prüfern stattfinden. Die gängelnden Lehrproben sollen dadurch abgeschafft werden und zudem Schülermeinungen im Rahmen einer anonymen Evaluation in die Bewertung mit einfließen. Der Einsatz in mehreren Schulen während der Ausbildung soll weiterhin nach Bedarf der Schulen erfolgen, damit die Auszubildenden Lehrer Erfahrung sammeln können.

Hochschule 2021 – mit 8 Reformen die Zukunft gestalten!

1)BAföG für alle – einfach und gerecht
BAföG ist für uns kein Instrument der Umverteilung, sondern ein Element, welches jedem Student eine solide Basis für die bestmögliche Bildung ermöglichen soll. Studierende sind nicht das Anhängsel einer ‚elterlichen Bedarfsgemeinschaft‘, sondern mündige und individuelle Menschen. Wir setzen uns daher für ein eltern-, vermögens- und einkommensunabhängiges Bafög ein. Unser BAföG-Modell sieht einen Vollzuschuss von 400€ im Monat, sowie einen optionalen Kredit in derselben Höhe vor. Komplizierte Anträge, nervige Nachweise und unnötige Bürokratie entfallen. Das so gesparte Geld investieren wir lieber in die Bildung unserer jungen Generation.

 2) Sozialbeiträge zur Studienfinanzierung

Wir setzen uns für die Einführung nachgelagerter Sozialbeiträge zur Studienfinanzierung ein. Dadurch entsteht ein Wettbewerb unter den Hochschulen, ein bestmögliches Studium zu einem möglichst niedrigen Beitrag  anzubieten – zum Wohle der Studierenden. Die Hochschulen sollen dabei selbst über die Einführung entscheiden. Die Hochschule entscheidet dabei auch selbstständig über die Höhe und die Art der Beitragserhebung. Uns ist dabei wichtig, dass die Sozialbeiträge erst nach dem Studienabschluss und ab dem Erreichen des Durchschnittseinkommens fällig werden. Somit wird eine Sozialverträglichkeit garantiert. Die Sozialbeiträge werden unabhängig von den realen Kosten des Studiums erhoben. Die Sozialbeiträge dürfen dabei nur für die Verbesserung der Lehre ausgegeben werden. Über die Vergabe der Gelder wird in Kommissionen entschieden, in denen Studierende und Professoren im Verhältnis 2:1 vertreten sind. Die Verwendung der Mittel ist transparent der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Die durch die Sozialbeiträge zusätzlich zur Verfügung stehenden Gelder dürfen nicht dazu führen, dass sich die Bundesländer aus der Hochschulfinanzierung zurückziehen.

3) Exzellente Forschung und exzellente Lehre
Deutschland muss Bildungsnation Nr. 1 in Europa werden. Die Lehre darf nicht zur nervigen Nebenbeschäftigung neben der Forschung verkommen. Die Liberalen Hochschulgruppen haben ein Konzept entwickelt, mit dem wir Anreize setzen, gute Lehre an der Hochschule zu ermöglichen. Unser Konzept sieht einen Wettbewerb vor, in dem sich Hochschulen mit ihren Ideen für eine bessere Lehre bewerben können. Eine Jury entscheidet dann über die Verteilung der Fördergelder. Außerdem wollen wir Hochschulen, die bereits eine gute Lehre anbieten, finanziell honorieren.

4) Für ein neues Stipendienwesen
Wir wollen in Deutschland ein vielfältiges Stipendiensystem etablieren. Die großen Förderwerke (Studienstiftung, parteinahe Stiftungen etc.) haben in Deutschland eine jahrzehntelange Tradition. Sie leben hauptsächlich von einer staatlichen Finanzierung. Die Anzahl privater Stipendien ist dagegen fast vernachlässigbar niedrig – das Deutschlandstipendium ausgenommen.
Wir wollen künftig auch privaten Akteur in die Verantwortung für unsere gute Bildung nehmen. Daher unterstützen wir weiterhin das Deutschlandstipendium. Das Deutschlandstipendium ist eine Erfolgsgeschichte, die wir uns nicht schlechtreden lassen. Langfristig wollen wir, dass insgesamt 15 % der Studierenden mit einem Stipendium gefördert werden.

5) Nachhaltige Hochschulfinanzierung für unsere Besten der Besten
Gute Bildung braucht auch eine gute finanzielle Grundlage. Wie wäre es eigentlich, wenn das Geld dem Studierenden folgt und nicht, wie derzeit, die Studierenden dem Geld? Der LHG forciert daher das Konzept ‚Geld folgt Studierender (Gefos)‘. Um bessere Anreize für den Ausbau von Studienangeboten und Qualität in der Lehre zu schaffen, soll die anteilige Grundfinanzierung der Hochschule unmittelbar an die Studierenden gekoppelt werden. Das Konzept sieht dafür einen länderübergreifenden Ausgleichsmechanismus vor, der von allen Bundesländern nach dem Königssteiner Schlüssel finanziert werden.

6) Befreiung Studierender vom allgemeinen Rundfunkbeitrag
Wir fordern die Abschaffung des allgemeinen Rundfunkbeitrags in seiner aktuellen Form. Die bedingungslose Befreiung der Studenten von einem wie auch immer gearteten finanziellen Beitrags zur Unterhaltung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks muss fester Bestandteil einer Reform sein.

7) Urheberrecht endlich reformieren!
Wir wollen das Urheberrecht reformieren, den die aktuelle Lage wir dem 21. Jahrhundert nicht mehr gerecht. Nur weil ein Werk urheberrechtlich geschützt ist, heißt dies noch nicht, dass jede Verwertungshandlung (z.B. das Vervielfältigen oder das öffentliche Zugänglichmachen) bereits eine Verletzung darstellt. Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen spricht sich dafür aus, den aktuellen Flickenteppich der speziellen Wissenschaftsschranken im Urheberrecht zu bereinigen und eine einheitliche Wissenschaftsschranke als Generalklausel zu schaffen.
Bei der Auslegung sind insbesondere folgende Aspekte zu berücksichtigen:
– Die Vervielfältigung und Verbreitung zur Veranschaulichung im Unterricht und zu Forschungszwecken ist generell freizustellen.
– Die öffentliche Zugänglichmachung zur Veranschaulichung im Unterricht und zu Forschungszwecken ist nicht auf kleine Werkteile/Werke geringen Umfangs zu beschränken. Dadurch erhoffen wir uns, dass die Universitäten attraktivere E-Learning-Plattformen bereitstellen können.

8)Steuerliche Forschungsförderung
Der Bundesverband der Liberalen Hochschulgruppen fordert endlich die Einführung der steuerlichen Forschungsförderung. Deutschland steht international weit hinten an. Wir fordern, dass mindestens 10% der Forschungsausgaben von der Steuerschuld abgezogen werden. Dies wird in Forschung und Entwicklung eine neue Dynamik freisetzen, von der letztlich auch die Hochschulen profitieren werden.

 

Flüchtlinge im Universitätsleben besser integrieren

Der Bundesverband liberaler Hochschulgruppen fordert die Europäische Union auf eine bessere Integration von Flüchtlingen im Universitätsleben zu sichern. Um dies zu sichern könnte ein 4-Punkte „SETL“-Programm in allen 28 EU-Mitgliedsstaaten eingeführt werden.

S – Support. Flüchtlinge brauchen, besonders während dem Studium, ein Unterstützungsnetzwerk. Dieses kann zum Beispiel eine spezialisierte Beratung oder besondere Lehrstuhl-Öffnungszeiten sein. Darüber hinaus sollen Universitäten innovative e-learning platforms anbieten.

E – Employment. Als Hauptziel des Studiums, sollen Flüchtlinge die Chance haben den Arbeitsmarkt zu integrieren ohne durch ihre Situation benachteiligt zu sein. Ein Netzwerk von Flüchtlingen, die im Arbeitsmarkt tätig sind könnte gegründet werden oder Jobbörsen in Universitäten können sich auf die Flüchtlingssituation spezialisieren und den Arbeitgebern vermitteln, was die Einstellung eines Asylsuchenden für Vorteile hat.

T – Training. Auch Flüchtlinge ohne oder mit limitierten Qualifikationen können ein Land betreten. Um dem nachzugehen, sollen Nachhilfe-Kurse angeboten werden. Diese Kurse sollen in der Wartezeit und in der Studienzeit angeboten werden.

L – Learning. All die vorherigen Punkte dienen dazu den Übergang zu vereinfachen und eine Basis herzustellen. Auch das Studium muss angegangen und spezielle Studiengänge angeboten werden, sodass weitere Flüchtlinge sich trauen, den Hochschulweg zu benutzen.

Geflüchtete – Herausforderungen und Chancen für die Hochschule

Präambel

Die in den letzten Jahren gestiegenen Zahlen an Geflüchteten in Europa stellen die gesamte Gesellschaft vor große Herausforderungen. Abgesehen von unserer liberalen, von Aufklärung und Humanismus abgeleiteten, Pflicht schutzbedürftigen Menschen zu helfen, müssen wir den Zuwachs an Geflüchteten als Chance begreifen, das vom demographischen Wandel gebeutelte Europa zukunftsfähig zu machen. Um diese Chance zu nutzen, müssen wir als Gesellschaft von den Fehlern der Migrations- und Integrationspolitik im Umgang mit den Gastarbeitern lernen und von Anfang an Geflüchtete als Teil unserer Gesellschaft begreifen.

Hochschulen sind und werden hierbei einer von mehreren Bausteinen sein, aus den Herausforderung Chancen für Deutschland und Europa werden zu lassen.

Zulassung zu Hochschulen

Der Zugang zu zulassungsbeschränkten Studiengängen soll unabhängig von Hochschulzugangsberechtigung und Herkunft möglich sein. Der Nachweis der Qualifikation soll durch Einstellungstest erfolgen. NCs müssen im Zuge dessen abgeschafft werden.

Bei nicht-zulassungsbeschränkten Studiengängen soll zusätzlich die Möglichkeit über die Ablegung eines spezifischen Eignungstests eingeführt werden, die zur Zulassung zu einem Hochschulstudium berechtigen. Hiermit wird nicht nur Geflüchteten geholfen, deren Qualifikation unklar ist, sondern allen potentiellen Studenten, die zwar geeignet für einen Studiengang wären, die aber notwendige Hochschulreife nicht erlangt haben. Die Zusammenarbeit mit den zuständigen Institutionen ist voranzutreiben, um die Bürokratie zu entlasten.

Sprache als Schlüssel zur Qualifikation und Integration

Die Integration in eine Gesellschaft funktioniert nur, wenn man am kulturellen Leben teilnehmen kann. Dies ist ohne Kenntnis der Sprache nahezu unmöglich. Deshalb muss sowohl vor Aufnahme eines Studiums sowohl während des Studiums eine ausreichende Anzahl an Deutschkursen (bzw. auf europäischer Ebene Kurse in der jeweiligen Landessprache) sowie Integrationskurse sowohl für Geflüchtete, als auch für andere ausländische Studenten zur Verfügung stehen. Das Erreichen des Sprachniveaus B2 Deutsch im Laufe des Studiums ist hierbei obligatorisch. Dies soll während des Studiums durch einen Test nachgewiesen werden.

Die Hochschulen sollen es Studenteninitiativen und ehrenamtlichen Helfern ermöglichen, Sprach und Integrationskurse für Menschen mit Migrationshintergrund anbieten und notwendige Infrastruktur, insb. Räume, zur Verfügung stellen

Mehr fremdsprachige Studiengänge

Die Globalisierung stellt an den Arbeitsmarkt bereits jetzt viele Herausforderungen. Fremdsprachenkenntnisse, insb. im Englischen, und das Zusammenarbeiten in Internationalen Teams werden immer wichtiger. Deshalb braucht es mehr fremdsprachige Studiengänge. Für Geflüchtete sind fremdsprachige Studiengänge eine Hilfe, auch bei mangelnden Kenntnissen der Landessprache des aufnehmenden Landes ein Studium zu beginnen oder fortzuführen.

Digitalisierung für Bildung nutzen

Digitale Lehre bietet für alle Menschen eine Chance, nicht nur für Geflüchtete. Die ständige Verfügbarkeit von Lehrinhalten im Netzt bietet jedem die Möglichkeit, sich weiter zu bilden, unabhängig von Hochschulzugangsberechtigung, bürokratischen Hürden oder auch unabhängig von der Sprache. Initiativen wie Kiron sind daher zu fördern.

 

Sicherheit schaffen für Geflüchtete, sowohl finanziell wie auch ausländerrechtlich

Anders als ein in Deutschland ausreisepflichtige Geflüchtete, die eine Ausbildung beginnen, werden solche, die ein Studium beginnen nicht geduldet. Somit kann ein an einer Hochschule immatrikulierter Geflüchteter, dessen Aufenthaltsstatus noch nicht geklärt ist, kein Studium beginnen ohne die Sicherheit beginnen, dieses abschließen zu können. Dies stellt sowohl den Geflüchteten, als auch die Universität zum einen vor Planungsunsicherheit. Abgesehen davon wird dadurch sowohl Bildungspotential für Europa und/oder Entwicklungspotential für das Herkunftsland des Geflüchteten verschwendet. Insbesondere um Fluchtursachen zu bekämpfen, wäre es jedoch wichtig, Geflüchtete mit geringer Bleibeperspektive besser gebildet in ihre Herkunftsländer zu schicken, damit sie dort eine Zukunft für sich und andere aufbauen können.

Deshalb muss für ausreisepflichtige Geflüchtete nach dem Abschluss ein vergleichbarer Status wie für Auszubildende nach § 60a Abs. 2 S. 4 AufenthG geschaffen werden. Es muss einem geduldeten Geflüchteten auch in begründeten Ausnahmefällen mehr als einmal die Möglichkeit zum Studiengangswechsel gegeben sein, sofern kein Missbrauch zur Verlängerung des Duldungsstatus vorliegt.

Auf der anderen Seite stehen Geflüchtete vor dem Problem, dass mit Aufnahme eines Studiums oft Sozialleistungen des Geflüchteten entfallen, da er beispielsweise BAföG beantragen kann. Sollte der Geflüchtete dann kein Zugang zu BAföG erhalten, weil er bspw. bereits ein Bachelorstudium absolviert hat, steht ihm eine Studienfinanzierung über eine Vielzahl von Nebenjobs oder Studienkrediten offen. Für solche Härtefälle soll ein Stipendium geschaffen werden, welche es begabten, integrationswilligen Flüchtlingen eine finanzielle Unterstützung ermöglicht. Zusätzlich soll in der Ausgestaltung des Stipendiums ein Anreizsystem zum ehrenamtlichen Engagement enthalten sein.

Einwanderungsgesetz

Ferner bedarf es in Deutschland sowie in den restlichen europäischen Staaten eine Möglichkeit zur legalen Einwanderung, die es u.a. auch begabten Flüchtlingen ermöglich, für die Aufnahme eines Studiums nach Europa einzureisen und nach Abschluss eines Studiums einen unbefristeten Aufenthaltstitel zu erwerben

Einrichtung des Hildegard-Hamm-Brücher-Preises für herausragende Lehre

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen verleiht im Zwei-Jahres-Takt den Hildegard-Hamm-Brücher-Preis für herausragende Lehre in Höhe von 1.000,- Euro Preisgeld. Mit diesem Preis sollen Nachwuchswissenschaftler im Mittelbau oder Juniorprofessoren für ihre Leistungen in der Lehre geehrt werden. Das Preisgeld wird zielgerichtet und zweckgebunden via Spenden vom Bundesvorstand eingeworben. Entsprechende Rücklagen sind im Haushalt zu bilden. Sollten die Spendeneingänge innerhalb des Zwei-Jahres-Takts eine höhere Dotierung zu lassen, ist der Bundesvorstand berechtigt, die Dotierung entsprechend in 500-Euro-Schritten zu erhöhen.

Für die Vergabe des Preises wird durch die BMV eine sechsköpfige Jury bestellt, die aus zwei LHG Mitgliedern, die weder dem Bundes- noch einem Landesvorstand angehören dürfen, aus zwei Akademikern aus den Reihen des VLA, die nicht dem Präsidium des VLA angehören dürfen, sowie aus zwei Vertrauensdozenten der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit besteht. Das Gremium ist zu 50% aus Studenten zu besetzten.
Vorschlagsrecht hat jedes Mitglied des Bundesverbandes Liberaler Hochschulgruppen.

Die Vergabe des Preises wird weiter durch das, diesem Beschluss angehängte Statut bestimmt, das die oben genannten Grundsätze aufnimmt und ergänzt.

Der Bundesvorstand wird beauftragt, nach einer Schirmherrschaft, vorzugsweise durch das Bundesbildungsministerium anzufragen.

Statut zur Preisverleihung des Hildegard-Hamm-Brücher-Preises für gute Lehre

Präambel

Zur Würdigung von Hildegard-Hamm-Brücher sowie zur Auszeichnung herausragender Leistungen in der Hochschullehre an einer deutschen Hochschule verleiht der Bundesverband liberaler Hochschulgruppen den „Hildegard-Hamm-Brücher-Preis für herausragende Lehre“. Er wird im Rahmen einer Bundesmitgliederversammlung.

  • 1 Der Preis

Der „Hildegard-Hamm-Brücher-Preis für herausragende Lehre“ ist mit mindestens 1.000 Euro dotiert. Vergeben wird er für herausragende Leistungen in der Lehre an einer staatlichen oder privaten Hochschule in der Bundesrepublik Deutschland, die von einer Nachwuchswissenschaftlerin oder einem Nachwuchswissenschaftler im Mittelbau oder der Inhaberin oder dem Inhaber einer Juniorprofessur erbracht wurden. Dies kann die Umsetzung innovativer Lehrmethoden, qualitativ hochwertige Lehrveranstaltungen oder die besondere Förderung wie Forderung studentischer Beteiligung in Lehrveranstaltungen beinhalten. Die Verleihung findet alle zwei Jahre statt.

  • 2 Vergabe

Vorschlagsrecht hat jedes Mitglied des Bundesverbandes Liberaler Hochschulgruppen. Über die Vergabe entscheidet eine Jury. Die auszuzeichnende Leistung in der Lehre hat an einer staatlichen oder privaten Hochschule in der Bundesrepublik Deutschland erbracht worden zu sein. Bewerbungen sind ausgeschlossen. Die Preisentscheidung trifft allein und unabhängig eine Jury.

  • 3 Bestellung und Zusammensetzung der Jury

Die Jury besteht aus sechs stimmberechtigten Mitgliedern. Diese werden alle zwei Jahre im Jahr vor der Preisverleihung von der Bundesmitgliederversammlung des Bundesverbandes Liberaler Hochschulgruppen für eine Preisentscheidung gewählt. Zwei der Jury-Mitglieder entstammen dabei den Mitgliedsgruppen des Bundesverbandes, zwei Weitere den Reihen der Vertrauensdozenten der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und die zwei anderen aus Reihen des VLA. Das Gremium ist zu 50 % aus Studenten zu besetzen. Die unmittelbare Wiederbestellung in die Jury ist nur einmal möglich.

  • 4 Arbeit der Jury

Die Jury tritt möglichst zeitnah nach ihrer Wahl zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Sie wählt aus ihrer Mitte mit einfacher Mehrheit einen Vorsitzenden oder eine Vorsitzende. Eine Wiederwahl ist zulässig. Die Sitzungen der Jury sind nicht öffentlich. Die Beratungen sind vertraulich. Die Jury ist beschlussfähig, wenn mindestens vier Jury-Mitglieder anwesend sind. Die Jury wählt den Preisträger bzw. die Preisträgerin. Im Falle der Stimmengleichheit gilt der Vorschlag als abgelehnt. Stimmenthaltungen sind nicht möglich. Die Entscheidung der Jury ist endgültig. Der Ablauf der Beratungen wird in Form eines Verlaufsprotokolls dokumentiert. Der Wortlaut der Begründung wird festgehalten. Nach der Entscheidung ist dem Bundesvorstand des Bundesverbandes Liberaler Hochschulgruppen die Entscheidung der Jury mitzuteilen und das Verlaufsprotokoll auszuhändigen.

  • 5 Bekanntgabe

Der Bundesvorstand des Bundesverbandes Liberaler Hochschulgruppen teilt die Beschlüsse der Jury der Öffentlichkeit mit. Die Beschlüsse können nicht auf dem Rechtsweg angefochten werden. Die Preisverleihung erfolgt in festlicher Form.