Archiv der Kategorie: 56. Bundesmitgliederversammlung, Juni 2016 in Bayreuth

Studium und Kind leicht gemacht – Liberaler Mutterschutz

Viele Eltern, die im Studium ein Kind bekommen, stehen in der Hochschule immer noch vor Problemen.Das vielgerühmte Modell ‚Studieren mit Kind‘ darf keine Leere Floskel mehr sein, die rein zu politischen Wahlkämpfen aus der Schublade gezogen werden. Daher bekräftigt der LHG seine Forderung nach Abschaffung der. Ein Studium, das eigenverantwortlich und individuell gestaltet sein soll, darf nicht in ein Korsett von sechs Semestern geschnürt werden. Studierende, die während des Studiums ein Kind bekommen, dürfen dadurch keine Nachteile im Studium (z.B. Prüfungen) oder bei Bafög-Bewilligungen bzw. Weiterförderungen erfahren, sondern bedürfen für ihre spezielle Situation Verständnis und Unterstützung.
Daher fordern wir darüber hinaus, dass in ausreichendem Umfang an den Hochschulen Möglichkeiten der Kinderbetreuung sowie für Eltern notwendige Einrichtungen wie Wickelräume, Spielecken und Eltern-Kind-Arbeitszimmer geschaffen werden.

Code-of-Conduct: Regeln für einen rücksichtsvollen Umgang im Verband

Für die Liberalen Hochschulgruppen ist einer der wichtigsten Werte die Toleranz gegenüber allen Menschen und Lebensformen. Um diesen Wert glaubhaft zu vertreten, müssen wir zunächst den Maßstab an uns selbst anlegen und unser eigenes Verhalten reflektieren.

Ein positiver Umgang untereinander ist die Voraussetzung für eine gute, politische Zusammenarbeit innerhalb des LHG.

Jeder, der sich engagieren möchte und unser liberales Lebensgefühl teilt, ist bei uns willkommen und soll sich wohlfühlen.

Der Code of Conduct dient als Leitfaden für das Miteinander und soll von allen Mitgliedern und deren Mitgliedern im verbandsinternen Umgang berücksichtigt werden.

  1. Sprache

Mit unserer Sprache drücken wir den Großteil unseres Verhaltens gegenüber anderen aus. Allerdings ist Humor Geschmackssache, manche Sprüche kommen anders als gedacht an und Formulierungen können unpassend sein.

  • Diskriminierende Aussagen sind unerwünscht. Bemerkungen und Witze, die sich z.B auf Geschlecht, Herkunft, chronische Erkrankung oder Behinderung,, Religion oder sexuelle Orientierung beziehen, können unbeabsichtigt kränken. Jeder sollte sich bewusst machen, welche Aussagen intolerant sind und dazu führen können, dass sich Anwesende angegriffen fühlen.
  • Sexismus jeder Form ist abulehnen. Sexistische Sprüche sind verletzend und Freunde anzüglicher Bemerkungen sollten ein Feingefühl für die Reaktion des Gegenübers entwickeln. Sexismus zerstört die Atmosphäre und gestaltet die Zusammenarbeit für das betroffene Mitglied als sehr unangenehm.
  1. Social Media
  • Soziale Netzwerke und Nachrichtendienste leisten einen unschätzbaren Beitrag, um uns die Arbeit zu erleichtern.
  • Die Onlinesprache unterscheidet sich von der gesprochenen. In einem sozialen Netzwerk sind höfliche Umgangsformen eine Selbstverständlichkeit. Wir müssen darauf achten, nicht unfreundlicher oder unhöflicher als im persönlichen Kontakt zu schreiben. So können Missverständnisse vermieden werden. Daher ist es, online und offline, nicht gestattet andere Menschen zu mobben, zu beleidigen oder der Lächerlichkeit preis zugeben. Kritik ist ausdrücklich erlaubt, auch sachlich harte Stellungnahmen – Beleidigungen aber nicht.

 

  1. Außendarstellung

Jedes Mitglied der LHG und deren Mitglieder sind Aushängeschilder der Liberalen Hochschulgruppen. Unsere Außendarstellung wirkt sich direkt und indirekt auf unsere Mitglieder und die Wahrnehmung des Verbandes aus. Wie schon im Bereich der Sprache gilt es auch hier, ein Feingefühl dafür zu entwickeln, was verletzend auf andere wirken kann, geschmacklos ist und kein gutes Licht auf die Liberalen Hochschulgruppen wirft. Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Verbandes versuchen wir zunächst innerhalb des Verbandes zu klären.

  1. Ombudsperson

Die Bundesmitgliederversammlung wählt eine Ombudsperson, die immer ansprechbar ist, wenn Probleme im Umgang miteinander auftreten.

Diese Person ist unabhängig, kann aus neutraler Sicht klären und sich um eine Schlichtung bemühen.

  1. Befolgung der Verhaltensregeln

Der Code of Conduct soll von allen Mitgliedern berücksichtigt und angewandt werden. Dabei sollen Funktionsträger auf ihre Vorbildfunktion achten und sich die Regeln besonders zu Herzen nehmen. Verstöße gegen den Code sollen offen angesprochen werden und bei bestehenden Problemen soll die Ombudsperson einbezogen werden.

 

In Vielfalt vereint – für ein Studium in Freiheit: Das Selbstbild des Bundesverbandes der Liberalen Hochschulgruppen

Die Liberalen Hochschulgruppen tragen den Werten des Liberalismus – Freiheit und Verantwortung, Individualismus und Pluralismus, Demokratie und Chancengerechtigkeit, Toleranz und Offenheit – Rechnung, indem sie sich für Kommilitoninnen und Kommilitionen, Hochschule und Gesellschaft engagieren. Für die Liberalen Hochschulgruppen ist Bildung ein Bürgerrecht. Bildung ist im 21. Jahrhundert die Grundlage für die Teilhabe von immer mehr Menschen an unserer Gesellschaft und damit auch von Freiheit. Den Wert der Bildung hervorzuheben, ist also auch eine Frage von Fairness und Gerechtigkeit.

Die Liberalen Hochschulgruppen sind Freiheitskämpfer an ihrer Hochschule. In einem Milieu, das oftmals den einzelnen zu Gunsten der Vielen unterdrückt, ergreifen sie Partei für freiheitliche Werte. Vor Ort tragen diese Gruppen den freiheitlichen Gedanken in die Hochschule und leisten Aufklärungsarbeit über den Liberalismus. Damit begeistern sie ihre Mitstudierenden und ermuntern sie zu Mitarbeit. So sind die Liberalen Hochschulgruppen zu einer schlagkräftigen und politisch einflussreichen Studierendenorganisation geworden. Das Engagement in der LHG ist ein niedrigschwelliges Angebot für die Studierenden von heute, um mit dem Liberalismus in Kontakt zu kommen. Ihren Einfluss verschaffen die Liberalen Hochschulgruppen dabei oft mit ihrer aktiven Mitarbeit in den Gremien der studentischen und akademischen Selbstverwaltung Geltung. Die pragmatische, ideologiefreie Arbeit mit dem Ziel das Lern- und Lebensumfeld der Studierenden zu verbessern, ist dabei unsere Leitschnur.

Unter diesem gemeinsamen Nenner haben sich 1987 zahlreiche Liberale Hochschulgruppen aus der alten Bundesrepublik zusammengeschlossen und einen Dachverband gegründet. Seitdem agiert der Bundesverband der Liberalen Hochschulgruppen – länger als jeder bisher existierende liberale Hochschulverband.

Aufgaben

Der Bundesverband ist Netzwerk, Öffentlichkeitsorgan, hochschulpolitisches Ideenlabor und Dienstleister zugleich. Wir sind ein offener Verband, der jeden zum Mitarbeiten auffordert. Diese Offenheit und Diversität macht uns stark. Mitglieder sind unsere grundsätzlich autonom handelnden Mitgliedsgruppen. Beigeordnet sind teilweise die Landesverbände, denen eine hohe politische Verantwortung zukommt, denn Hochschulpolitik ist größtenteils Ländersache. Wo keine Landesverbände bestehen, haben die Ortsgruppen auch die Möglichkeit, einen sog. Landeskoordinator zu bestimmen, der als Ansprechpartner gegenüber den regionalen Medien, dem Bundesverband und ihren politischen Partnern fungiert. Gleichzeitig bietet ein Landeskoordinator auch die Chance zur besseren lokalen Vernetzung regionaler Gruppen. Wo keine Ortsgruppen bestehen, sei jeder Liberale aufgefordert, eine Gründung zu initiieren und Menschen für ein Engagement zu motivieren, denn liberale Hochschulpolitik ist uns zu wichtig, um sie vernachlässigt zu sehen; sie öffnet uns Tore, um angehenden Akademikerinnen und Akademikern den Liberalismus noch näher zu bringen. Unsere Hochschulgruppen leben die Gruppenautonomie, die  uns zu einem dynamischen und unbürokratischen Verband macht. Ein Verband muss aber mehr sein als die Summe seiner Teile. Selbstbewusst erkennen wir an, dass die politische Arbeit des Bundesverbandes wesentlicher Teil seiner Aufgabe ist. Der Bundesverband stellt einen Ort für den programmatischen Austausch von Ideen und Argumenten zwischen den Gruppen dar. Der Bundesverband hat zur Aufgabe, den politischen Forderungen seiner Mitgliedsgruppen Gehör zu verschaffen, sei es innerhalb der Studierendenschaft, in der Politik, den Interessensvertretungen oder der Öffentlichkeit. Der LHG hat sich in den letzten Jahren als feste Größe innerhalb der Hochschulpolitik und geschätzter hochschulpolitischer Experte etabliert. Diese Chance müssen wir weiterhin nutzen. In unserem Verband schlummert noch mehr Potential. Wir müssen uns dabei stetig verbessern und unsere Strukturen weiter professionalisieren.

Hochschul- und Wissenschaftspolitik endet jedoch nicht an den Grenzen Deutschlands. Sei es Erasmus, der Bologna-Prozess oder die EU-Forschungsförderung: Hochschulpolitik hat auch eine internationale Komponente. Daher ist dem LHG die internationale Arbeit (u.a. im Dachverband LYMEC) wichtig. Künftig sollen unsere Mitglieder stärker als bisher zur Teilhabe und Mitwirkung an der internationalen Arbeit des LHG integriert werden.

Der LHG sieht sich als hochschulpolitische Organisation. Hochschulpolitik definieren wir auch über hochschulrelevante Schulpolitik (bspw. Zulassungsvoraussetzungen fürs Studium).

Neben der politischen Vertretung seiner Ortsgruppen auf Bundes- und internationaler Ebene bieten wir Dienstleistungen für unsere Mitglieder an. Die Basis unseres Verbandes sind gut funktionierende Ortsgruppen. Es muss daher vorrangigste Aufgabe des Bundesverbandes sein, die Arbeit der Ortsgruppen durch Dienstleistungen zu erleichtern und stellt für diese die finanziellen Mittel bereit.

Die Liberalen Hochschulgruppen und ihr politisches Umfeld

Der LHG-Bundesverband sieht die Freie Demokratische Partei als liberalen, parteipolitischen Partner an, bewahrt jedoch stets seine Unabhängigkeit. Wir erkennen an, dass die Nähe der Ortsgruppen zur FDP stark differiert, sehen darin aber keine Schwäche, sondern eine Stärke. Der LHG möchte sich innerhalb der FDP vor allem als Experte für Hochschulpolitik profilieren und sich dieser als nützlicher hochschulpoltischer Ideenpool anbieten.

Wir führen Ansichten aus einem weiten liberalen Spektrum zusammen und nehmen für uns in Anspruch auch Studenten zu erreichen, welche keine Berührung mit Parteipolitik haben
Der LHG hat den Plan für ein liberales Hochschulwesen. Um dieses umzusetzen, sind wir auf Partner angewiesen. Daher halten wir familiären Kontakt zu allen Organisationen des liberalen Spektrums. Die Gedanken sind frei. Daher treten wir offen in die Debatte, egal mit welchen unserer politischen Mitbewerbern oder Verbänden, haben aber auch den Anspruch, voneinander zu lernen. Daher steht einer Zusammenarbeit bei Themen oder Aktionen, die durch unsere Beschlusslage gedeckt sind, nichts im Weg.

Außenwirkung und Zwischenmenschliches Miteinander

Der LHG soll ein Ort sein, in dem sich jeder wohl fühlt und in dem sich jeder einbringen kann. Ein positiver Umgang unter- und miteinander ist die Voraussetzung für ein gutes Klima innerhalb des Verbandes und den gemeinsamen politischen Erfolg.

Der LHG möchte als ein liberaler, kompetenter, vernunftbasierter und pragmatisch handelnder Verband wahrgenommen werden. Wir streiten für eine bessere Bildung als Aufstiegschance für jede und jeden, unabhängig von der finanziellen Basis

 

Die BMV attraktiver gestalten

Sunset-Klausel: 3 Jahre

 

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen möge beschließen:

Auf den letzten Bundesmitgliederversammlungen hat sich gezeigt, dass die Vergabepraxis derzeit nicht funktioniert. Wir wollen dem Bundesvorstand mehr Gestaltungskraft bei der Wahl des Ortes und des Rahmenprogramms der Bundesmitgliederversammlungen geben und erhoffen uns dadurch ein attraktiveres Gesamtpaket für mehr Teilnehmer. Dazu gehören für uns folgende Punkte:

  1. Die halbjährliche Ausschreibung der Bundesmitgliederversammlung soll abgeschafft werden. Der Bundesvorstand wählt den Tagungsort alleinverantwortlich, kann sich allerdings selbstverständlich von eingehenden Initiativ-Bewerbungen von Ortsgruppen überzeugen lassen. Es muss mit der Gruppe vor Ort rechtzeitig kommuniziert werden.
  2. Das traditionelle Kulturprogramm am Samstagabend ist in den letzten Jahren mehr “nett essen und trinken” gewesen, als tatsächliches Kulturprogramm. Der Bundesvorstand soll daher frei von Vorgaben entscheiden können, ob und wie er ein Kulturprogramm bieten möchte.
  3. Um der gastgebenden Ortsgruppe auch einen politischen Mehrwert zu bieten, soll ein politisches Rahmenprogramm auf der Bundesmitgliederversammlung zum Standard gehören. Der traditionelle Besuch eines FDP-Spitzenpolitikers kann beispielsweise durch eine Podiumsdiskussion in einen attraktiveren Gesamtrahmen eingebettet werden, um auch Externen einen Zugang zur LHG zu ermöglichen.
  4. Vor allem Erstteilnehmer sollten auf einer Bundesmitgliederversammlung von Anfang an stärker einbezogen werden. Dazu soll ein Bundesvorstandsmitglied freitags im Vorfeld (30 min.) der Bundesmitgliederversammlung ein kleines “Erstteilnehmer-Seminar” anbieten, bei dem die Grundregeln der Debattenführung sowie der Ablauf der Antragsberatung und BMV im Allgemeinen erklärt werden.
  5. Die Gruppenvorstellungen sollen in Zukunft nur noch im Sommer stattfinden. Alle Gruppen, die sich im Sommer nicht vorstellen konnten, sollen stattdessen im Winter die Chance erhalten, sich vorzustellen.

 

Berufung nach Qualität, nicht nach Quantität oder Parteibuch

Die Liberalen Hochschulgruppen fordern die Universitäten und die Landesregierungen auf, bei der Berufung die Qualität eines Wissenschaftlers nicht nach rein statistischen und oberflächlichen Kriterien zu bewerten, wie die Häufigkeit von Zitierungen (z.B. h-Index).

Im Gegenzug dazu setzen wir uns dafür ein, die Qualitäten der Wissensvermittlung z.B. durch Praxiserfahrungen in Wirtschaftsunternehmen und in der Lehre verstärkt zu berücksichtigen.  Die Liberalen Hochschulgruppen setzen sich dafür ein, dass das Berufungsrecht alleine den Hochschulen vorbehalten ist. Ein Mitspracherecht bei der Auswahl der Professoren soll alleine dort liegen, nicht jedoch bei einem Ministerium. Auch über die die Einrichtung neuer Professuren und Lehrstühle sollen die Hochschulen, vor allem hinsichtlich von Schwerpunktbildungen, selbst entscheiden.

Berufungskommissionen sind auch mit stimmberechtigten Vertretern der jeweiligen Fachschaften und der wissenschaftlichen Mitarbeiter zu besetzen. Im Zuge des internationalen Wettbewerbs muss es den Hochschulen ermöglicht werden, unter bestimmten Voraussetzungen eine begrenzte Anzahl an sog. Hausberufungen durchzuführen. Dies darf allerdings nur im Rahmen eines transparenten Berufungsprozesses geschehen.

 

Start-Up für Deutschland: Hochschulen als Chancenmotor!

Die Liberalen Hochschulgruppen bekennen sich zum Gründerland Deutschland, denn Fortschritt und Innovation sind grundlegende Erfolgsfaktoren unserer Wirtschaft. Die Wissenschaft ist die Heimat der Innovation. Daher spielt aus unserer Sicht der Hochschul- und Wissenschaftsstandort Deutschland eine zentrale Rolle.

Aus Sicht des Bundesverbandes Liberaler Hochschulgruppen braucht es ein Umdenken in den Köpfen: Scheitern darf kein Stigma sein! Scheitern und die Kultur der zweiten Chance sind zwei Seiten derselben Medaille.

Die Liberalen Hochschulgruppen möchten das Feuer des Gründens neu entfachen und fordern:

 

Gründen braucht Wissen

Unsere Hochschulen sind Impulsgeber für Wissenschaft und Wirtschaft. Damit das so bleibt, muss die Ausfinanzierung des Wissenschaftsstandortes Deutschland oberste Priorität der Politik sein. Die Lippenbekenntnisse der Politiker reichen uns nicht mehr. Wir brauchen eine Finanzierungsoffensive. Die Liberalen Hochschulgruppen verweisen hierbei insbesondere auf folgende Beschlüsse:

-Exzellenzinitiative für die Lehre (BMV 2015 in Hannover)

-Weiterführung Exzellenzinitiative (BMV 2013 in Hamburg)

-Mischfinanzierung im Föderalismus neu ordnen (BMV 2014 in Saarbrücken)

-Zukunft der Hochschulfinanzierung wettbewerblich gestalten (BMV 2013 in Bonn)

Um Wissen und Fortschritt generieren zu können müssen Hochschulen gerade auch mit anderen Akteuren außerhalb der Hochschule zusammenarbeiten und insbesondere zusammenforschen dürfen. Hochschulen sind ebenso Teil unserer offenen Gesellschaft, wie die Privatwirtschaft. Die oftmals artikulierte Forderung, Privatwirtschaft und öffentliche Hochschulen strikt zu trennen verneint diese Tatsache. Die Liberalen Hochschulgruppen befürworten ausdrücklich die Kooperation von Entrepreneuren und  Hochschulen (z. B.: gemeinsame Nutzung von Forschungseinrichtungen, Drittmittelfinanzierung).

 

Gründen braucht Forschung

An vielen Hochschulen gibt es bereits Institute bzw. Lehrstühle für Entrepreneurship, die sich wissenschaftlich mit den Themen Existenzgründung und unternehmerisches Handeln beschäftigen. Entsprechende Institute bzw. Lehrstühle sollen an weiteren Hochschulen eingerichtet werden.

 

Gründen braucht Kooperation

Vielerorts bestehen bereits Gründerzentren, initiiert von IHK o. ä. und Kommunalverwaltung.
Wir sprechen uns für organisationsübergreifende Kooperation der lokalen Akteure aus. Um potentiellen Gründern eine entsprechende Anlaufstelle zu bieten, müssen daher die Hochschulen künftig in den Gründerzentren beteiligt sein. Schon während des Studiums sollen Studenten die Chance habe, die Akteure in den Gründerzentren kennen zu lernen. Räumliche Nähe zwischen Gründerzentren und Hochschulen sollte zusätzlich angestrebt werden. Die Gründerzentren sehen wir auch als Möglichkeit, um jungen Gründern kostengünstigen Büro- und Arbeitsraum

Bewerbungsgebühren an Hochschulen

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen beobachtet die  Einführung von Bewerbungsgebühren an privaten Hochschulen und der Forderung nach diesen von staatlichen Hochschulen und positioniert sich wie folgt:

Die Liberalen Hochschulgruppen lehnen Gebühren für Studienplatzbewerbungen an staatlichen Hochschulen ab. Bei der Bewerbung um einen Studiengang sollen die Leistungen des Bewerbers zählen. Die finanziellen Mittel des Bewerbers dürfen dahingegen keine Rolle spielen.  Der LHG setzt sich für innovative Auswahlverfahren ein und bewertet die Auswahl durch NC als unzureichend.

Latinumszwang überdenken

Für die Liberalen Hochschulgruppen steht ein möglichst selbstbestimmtes Studium im Mittelpunkt. Studierende sollen individuell entscheiden können wie sie ihr Studium gestalten und dabei möglichst wenigen Vorschriften unterworfen sein. Deshalb fordern wir Anforderungen an Studierende, die über Klausur-/Abgabeleistungen hinausgehen, nur dann zuzulassen wenn eine klare fachliche Relevanz zum Studium vorhanden ist.

 

Die allgemeine Pflicht zum Nachweis des Latinums wird den differenzierten Anforderungen verschiedener Studiengange nicht gerecht. Wir fordern das Latinum durch eine fachgebundene Prüfung im Rahmen des Studiums zu ersetzen. Eine solche Prüfung erlaubt es individuelle Schwerpunkte zu setzen, gleichzeitig ist so sichergestellt, dass die Studienleistungen der Studierenden auch mit entsprechenden Leistungspunkten honoriert werden. Das Latinum ist als äquivalent zu den fachgebundenen Prüfungen anzuerkennen. Wir lehnen ein Latinum nicht ab, plädieren jedoch dafür, dass es an die jeweiligen Studiengänge in Form von fachspezifischen Lateinkursen angepasst werden kann, sodass der Output in den Fächern letztendlich effizienter wird. Denn nicht immer ist ein mindestens äquivalentes Latinum die zielführende Variante im Studium.

 

Integration durch Sprache: Deutschkenntnisse ausländischer Studenten stärken

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen (LHG) betrachtet mit Sorge, dass viele der mehr als 300.000 ausländischen Studenten in Deutschland unzureichend integriert sind. Wir sehen hier die Hochschulen in der Pflicht, Bedingungen für eine bessere Integration zu schaffen.

Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Nur wer gut Deutsch spricht, kann am gesellschaftlichen Leben außerhalb der Hochschulen teilhaben. Wer kaum Deutsch spricht, geht dem deutschen Arbeitsmarkt nach dem Studium sehr wahrscheinlich verloren.

Bei einigen rein englischsprachigen konsekutiven Masterstudiengängen an deutschen Hochschulen sind keinerlei Deutschkenntnisse für eine Zulassung erforderlich. Die betroffenen Hochschulen sind daher verantwortlich, wenn die Integration ausländischer Studenten aufgrund fehlender oder unzureichender Deutschkenntnisse scheitert.

Daher fordern die Liberalen Hochschulgruppen, dass

  1. alle Studierenden, die sich in einen fremdsprachigen Studiengang einschreiben und zum Zeitpunkt der Zulassung keine Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1 oder höher (nach dem gemeinsamen europäischen Referenzrahmen oder vergleichbar) vorweisen können, verpflichtend einen Sprachkurs besuchen müssen. Ausgenommen hiervon sind nur Masterstudiengänge. Dementsprechend ist das Angebot an Sprachkursen zu erhöhen.
  2. die Hochschulen für ausländische Studenten, welche einen deutschsprachigen Studiengang absolvieren und deren Muttersprache nicht Deutsch ist oder deren Sprachkenntnisse unterhalb der Niveaustufe C2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (oder vergleichbar) liegen, Intensivsprachkurse vor Semesterbeginn sowie semesterbegleitende Sprachkurse, sämtliche Stufen nach den gemeinsamen europäischen Referenzrahmen umfassen, anbieten sollen, deren Teilnahme freiwillig ist. Die Intensivsprachkurse sollen Informationen zur Landeskunde und Orientierungshilfen für das Studium in Deutschland beinhalten. Außerdem ist ein Rahmenprogramm mit landeskundlichen Exkursionen und musischen bzw. kulturellen Veranstaltungen begrüßenswert.
  3. an den Hochschulen Buddy- bzw. Mentorenprogramme angeboten werden, bei denen sich erfahrene Studenten ehrenamtlich für die Integration der internationalen Studienanfänger engagieren. Dadurch soll auch der sprachliche, kulturelle und fachliche Austausch zwischen Studenten aus Deutschland und dem Ausland gefördert werden.
  4. der Bund weiterhin Integrations- und Betreuungsprogramme für ausländische Studenten finanziert, da viele Hochschulen entsprechende Angebote nicht aus ihrem regulären Etat finanzieren können.