Archiv der Kategorie: 45. Bundesmitgliederversammlung, Januar 2011 in Mainz

Kooperation zwischen Deutschland und den ostasiatischen Ländern

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen begrüßt bildungspolitische und forschungsorientierte internationale Projekte und Kooperationen zwischen Deutschland und den ostasiatischen Ländern.

Jedoch fordert der Bundesverband, dass die Bundesregierung, genauso wie die Verantwortlichen an den deutschen Hochschulen, ihr Engagement insbesondere bzgl. der VR China und Indien verstärken.

Das „Deutsch-Chinesische Jahr der Wissenschaft und Bildung 2009 / 2010“ und die Forschungsmarktinitiative „Deutschland und Indien – Partner in Innovation“ sind dabei als lobende Beispiele hervorzuheben. Leider gibt es gerade auf Hochschulebene noch viel zu wenig Kooperationen zwischen Deutschland und Indien/VR China.

Grundsatzkommision

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen richtet eine Grundsatzkommission ein. Die Kommission steht allen Mitgliedern einer LHG offen. Die BMV wählt den Kommissionsleiter und seinen Stellvertreter. Die Aufgaben der Grundsatzkommission sind folgende:

  • Neufassung eines Grundsatzprogramms auf Basis der vorhandenen Beschlusslage des LHG.
  • Aufarbeitung und Sichtung der Beschlusslage sowie auf dieser Grundlage Formulierung programmatischer Ergänzungen. Diese sollen regelmäßig in die BMV getragen werden und dort zur Diskussion gestellt werden.
  • Begleitung der Grundsatzarbeit des parlamentarischen Ansprechpartners, insbesondere in bildungspolitischen Aspekten
  • Die liberalen Grundsätze, auf denen der LHG seine Beschlüsse fasst, als Präambel zu formulieren.

Die Grundsatzkommission wird aufgefordert, zur ersten Bundesmitgliederversammlung im Jahr 2012 das Grundsatzprogramm zur Abstimmung zu stellen. Im Spätjahr 2011 soll eine entsprechende Klausurtagung stattfinden.

Exzellente Forschung für innovative Lehre

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen begrüßt aktuelle Änderungen in den Hochschulgesetzen der Länder, die es ermöglichen, an den Hochschulen reine Forschungsprofessuren, also Professuren mit reduziertem Lehrauftrag, befristet
einzurichten.

Forschungsprofessuren haben zum Ziel, einzelne herausragende Wissenschaftler, die keine reguläre Professur innehaben, an eine Hochschule in für sie strategisch relevanten Bereichen zu binden, um die „Sichtbarkeit“ der Hochschule in der Forschungslandschaft (Publikationen) zu steigern.

Zwar betrachtet der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen Forschungsprofessuren unter dem Aspekt eines möglicherweise verschlechterten Betreuungsverhältnisses und dem teilweisen Aufbruch der Einheit aus Forschung und Lehre durchaus kritisch. Diesen Problemen kann teilweise begegnet werden, indem den Hochschulen Freiraum bei der Gestaltung der Anstellungsverhältnisse gewährt wird. So können Forschungsprofessuren nicht nur im regulären Berufungsverfahren besetzt werden, sondern auch (ohne im Stellenplan der Universität ausgewiesen zu sein und daher ohne Auswirkungen auf die Planung der Ausbildungskapazitäten zu haben) ad personam beantragt werden.

Alle Mittel, die für Forschungsprofessuren eingesetzt werden, müssen kapazitätsneutral sein und dürfen nicht zur Kapazitätsvergrößerung beitragen. Der Bundesverband setzt sich darüber hinaus auch weiterhin für die Abschaffung der Kapazitätsverordnung ein.

Gerade für Fachhochschulen mit ihrem anwendungsbezogenen Forschungsauftrag bei gleichzeitig hohem Lehrdeputat für die Professoren kann die Forschungsprofessur zu einer intensiveren Vernetzung zwischen Wirtschaft und Forschung führen sowie attraktivere Karriereoptionen eröffnen.

Europäische Gebärdensprache-Universität Bad Kreuznach

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen begrüßt, dass bis 2013 die erste Gehörlosen-Universität Europas geschaffen werden soll und fordert deshalb, dass sich Bund und Länder finanziell und tatkräftig engagieren.

Auch fordern wir die Europäische Union zur Unterstützung auf, damit den Gehörlosen in Zukunft die Chancengerechtigkeit zusteht, die sie verdienen. Gleichwohl ist die Gründung der EGUBK nur einer der Schritte in die richtige Richtung.

Die Anreize für exzellente Lehre verbessern

Angesichts der Initiative für exzellente Forschung und einer stärkeren Fokussierung der Universitäten auf (Forschungs-) Drittmittel, fordert der Bundessverband Liberaler Hochschulgruppen die Einführung eines Anreizsystems für exzellente und innovative Lehre. Durch ein institutionalisiertes Anreizsystem werden junge wie auch ältere Wissenschaftler angeregt, ihre Kapazitäten auch an der Lehre auszurichten.

Ein solches Anreizsystem kann zum Beispiel in Form einer Initiative oder Stiftung von Bund und Ländern geschaffen werden, aber auch durch den Aufbau von Drittmittelprojekten für besondere Lehraufträge oder innovative Studiengänge erfolgen.

Für die konkrete Ausgestaltung einer internen Aufwertung der Lehre durch eine unispezifischen Auszeichnung ist jede Hochschule eigenverantwortlich. Auf Universitätsebene regt der LHG an, die Berufungsverfahren und Leistungsmittelvergabe stärker an der Qualität der Lehre auszurichten. Die Lehre muss durch gezielte Anreizsetzung zu einem zentralen Kriterium in wissenschaftlichen Karrieren werden. Diese Anreizstrukturen sollen dann einen entscheidenden Pfeiler im Qualitätsmanagement der Hochschulen ausmachen.

Arbeitskreis Belarus

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen hat in den vergangenen Jahren eine enge Freundschaft – insbesondere zu der liberalen belarussischen Jugendorganisation Civil Forum (CF) – aufgebaut. Um diese Partnerschaft langfristig zu etablieren, die Zusammenarbeit mit Studierenden in Belarus weiter auszubauen und sich an der Stärkung der belarussischen Zivilgesellschaft zu beteiligen, richtet der LHG einen Arbeitskreis Belarus ein. Diesem kann jedes Mitglied einer LHG beitreten. Den Arbeitskreisleiter bestimmt der Bundesvorstand. Die Aufgaben des Arbeitskreises sind folgende:

  • Informationsaustausch mit CF und weiteren liberalen Organisationen und insbesondere Studierenden in Belarus
  • Information des LHG über aktuelle Entwicklungen in Belarus
  • Aufzeigen von Möglichkeiten, die Situation der Menschen – insbesondere der Studierenden in Belarus – zu verbessern und entsprechende Einflussnahme auf Vertreter in Politik und Gesellschaft
  • Organisation von gemeinsamen Seminaren, gegenseitigen Besuchen und anderweitigen Kooperationen
  • Unterstützung der Arbeit von CF und weiteren liberalen Organisationen und insbesondere Studierenden mit den zur Verfügung stehenden Mitteln