Archiv der Kategorie: 17. Bundesmitgliederversammlung, Juni 1996 in Nürnberg

Umweltschutz im Lebensraum Hochschule

 

Der Lebensraum Hochschule muß möglichst umweltfreundlich gestaltet werden. Deshalb fordert der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen (LHG):

 

  • Einen zentralen Ansprechpartner für Verbesserungen bzw. Mängel im Umweltbereich
  • Kosteneinsparungen müssen voll den Hochschulen zugute kommen, um Anreize zu schaffen.
  • Einsatz moderner Technik, um die Zuständigkeitsproblematik auszugleichen
  • Handeln gemäß dem Prinzip Vermeiden, Wiederverwenden, Wiederverwerten.
  • Beachtung von Umweltschutz- und Ergonomieaspekten in der Beschaffung
  • Größtmöglicher Einsatz von Mehrweggeschirr im Verpflegungsbereich
  • Angebot von Essen aus ökologischem Anbau

Studieren mit Kindern

Studieren mit Kindern muß erheblich erleichtert werden. Deshalb fordert der LHG den Bau und Betrieb von ausreichend Krabbelstuben an allen Hochschulen, bis der ermittelte Bedarf derzeit von etwa 5% gedeckt ist. Möglichkeiten ehrenamtlicher, studentischer Selbstorganisation sind auszuschöpfen. Darüber hinaus ist im Bedarfsfall auf Finanzierungsmöglichkeiten wie bei Kindergärten zurückzugreifen. Die Betreuung in diesen Krabbelstuben muß dabei flexibel sein, d.h. die Eltern müssen die Möglichkeit haben, ihr Kind studenweise in der Gruppe abzugeben.

Weiterhin fordert der LHG, daß für Studierende mit Kind an den Universitäten Räumlichkeiten gestellt werden, in denen z.B. die Möglichkeit besteht, Kinder zu wickeln und zu füttern.

Da der Bedarf an Betreuung von Kindern auch im Vorschulalter und bei jüngeren

Schülerinnen und Schülern gegeben ist, fordern wir im Rahmen der aktuellen Nachfrage die Bereitstellung von Kindergartenplätzen und Schulplätzen mit der Möglichkeit einer Ganztagsbetreuung.

Beim Bau von Wohnheimen sollen in Zukunft die Bedürfnisse von studierenden Eltern, besonders von Alleinerziehenden, berücksichtigt werden.

Die bisher bestehenden und alle zukünftigen Freischußregelungen müssen Ausnahmeregelungen für studierende Eltern erhalten.

In Bezug auf die entsprechenden Sozialleistungsgesetze fordern wir, daß Studierende mit Kind die Möglichkeit einer zusätzlichen Förderung des Studiums und ausreichend Zuschüsse zur Miete erhalten.

Internet-Angebot und Unabhängigkeit

Das Internet-Angebot des LHG muß schnell und intensiv ausgebaut werden. Dabei muß die Unabhängigkeit des LHG berücksichtigt werden. Da die Bedeutung elektronischer Kommunikation schnell zunimmt, darf diesem nicht nur nebensächliche Bedeutung zukommen. Dem Bundesverband kommt dabei eine koordinierende, sammelnde und beratende Funktion zu. Das WWW-Angebot ist ein Teil einer Kommunikationsstruktur, das über Programmatik und Organisationsstruktur umfassend informiert.

Lokale Gruppen und Landesverbände werden ermuntert und unterstützt, ihr Angebot vor Ort verfügbar zu machen. Sofern dies nicht möglich ist, können sie mit ihren Seiten auf dem Server des Bundesverbandes vertreten sein. Somit ergibt sich ein verteiltes, vielfältiges Netz, wie es der Idee des WWW entspricht.

 

  1. Es muß für jeden klar ersichtlich sein, daß der LHG Bundesverband ein unabhängiger Verband ist. Dies ist bei „www.liberale.de“ nicht möglich, so daß der Verband einen anderen WWW-Server wählt.
  2. Die Struktur und das Erscheinungsbild der Publikationen des LHG Bundesverbandes soll vom Bundesvorstand gestaltet werden. Bei den elektronischen Publikationen muß er direkten Zugriff auf das Angebot haben und sich nicht unnötig von der Verfügbarkeit anderer abhängig machen. Deshalb verzichten wir auf das Angebot der F.D.P., die Seiten von ihrer Agentur für uns erstellen zu lassen.
  3. Der Server soll den Domaine-Namen LHG.de haben, soweit finanzierbar und dies einen von uns unabhängig gewählten Server betrifft. Jedoch setzt sich der LHG bei der F.D.P. für einen Link von „liberale.de“ auf die Seiten des LHG ein.

Studium für Gefangene

Der LHG fordert die Landesjustizbehörden der Bundesländer auf, die Studienmöglichkeiten für Gefangene deutlich zu verbessern.

Neben den sogenannten Freigängern sollen verstärkt auch die Häftlinge studieren können, die im geschlossenen Vollzug einsitzen.

Vor allem an der Fernuniversität Hagen könnten dann verstärkt Gefangene studieren.

Die Gefängnisse sind durch Umstrukturierungsmaßnahmen so auszustatten, daß ein Fernstudium möglich ist.

Auch der Bezug von juristischen Materialien und die Benutzung von Schreibmaschinen bzw. Computern soll nicht mehr eingeschränkt werden.

Beibehaltung des „590,-DM“ Gesetzes

 Dieser Beschluss wurde durch einen Beschluss der 25. ordentlichen Bundesmitgliederversammlung des LHG von 07.07 bis 09.07.2015 in Jena aufgehoben.

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen (LHG) fordert die Beibehaltung des sogenannten „590,-DM“ Gesetzes. Der Betrag, bis zu dem ein sozialversicherungsfreies Beschäftigungsverhältnis nicht steuerrechtlich bekannt zu machen ist, ist kontinuierlich an die Inflation anzugleichen.

Frauenförderung in der Wissenschaft

Der LHG setzt sich für die Förderung der Einstellung und Einberufung von Frauen in wissenschaftlichen Positionen im Bereich der Hochschule ein und spricht sich gegen Diskriminierung von Frauen oder Männern in diesen Bereichen aus.

Der LHG fordert die Hochschulen und die Politik auf, die Stukturen ihrer Promotions- und Habilitationsverfahren dahingehend zu verändern, daß die wissenschaftliche Laufbahn für Frauen attraktiver wird.

Wer keine Frauen in führende Positionen erhebt, wählt unumgänglich die Quote.

Koalitionsvertrag in Baden-Württemberg

Der Koalitionsvertrag in Baden-Württemberg enthält Positionen, zu denen der LHG wie folgt Stellung nimmt:

Wir fordern die (Wieder)einführung der Verfaßten Studierendenschaft in allen Bundesländern.

Bildungsgutscheine nach dem „von-Trotha-Modell“ (Studiengebühren für Studierende über dem 14. Hochschulsemester) lehnen wir ab.

Leistungsnachweise müssen dem Studiengang angepaßt sein.