Archiv der Kategorie: 15. Bundesmitgliederversammlung, Juni 1995 in Potsdam

Umzug nach Berlin

Mit dem Auslaufen des Nutzungsvertrages in der Niebuhrstr. 53 zieht der LHG nach Berlin, wenn bis dahin der Umzug von Parlament und Regierung erfolgt ist.. Dort bezieht der Bundesverband Räume im Gebäudekomplex Reinhardstr. 12-16 in Berlin-Mitte.

 

Der Bundesvorstand wird aufgefordert, mit den Eigentümern in Verhandlungen zu treten und die Ergebnisse den Mitgliedern mitzuteilen.

Studieren im Ausland

1. Der LHG fordert die Zentralisierung und Zusammenlegung der unterschiedlichen Informationsquellen über ein Studium im Ausland.

2. Der LHG fordert die Einführung eines elternunabhängigen Bafögs in Form eines Vollkredits.

3. Der LHG fordert die Novellierung des Deutschen Stiftungsrechtes. In diesem Zusammenhang müssen für die Stiftungen steuerliche Anreize geboten werden, um ihr Engagement in der Vergabe von Stipendien für Auslandsstudien zu verstärken.

4. Der LHG fordert die Harmonisierung des EU-Bildungssystems. Ziel einer solchen Harmonisierung muß es sein, daß Klausuren/Scheine anerkannt werden, die der Prüfungsordnung der Heimatuniversität entsprechen. Leistungsnachweise, die nicht der jeweiligen Prüfungsordnung entsprechend erbracht werden, sich aber im Kern auf das studierte Fach beziehen, sollten als Wahlpflichtschein anerkannt werden.

5. Der LHG fordert den Ausbau der Partnerbeziehungen zwischen den Hochschulen. Neben diesem Ausbau sollte eine Art Ringtauschsystem von Studierenden zwischen verschiedenen Staaten eingeführt werden.

6. Der LHG fordert die Einrichtung internationaler Studiengänge nach dem Vorbild der Niederlande. Die in diesem Rahmen angebotenen Veranstaltungen sollten in den für den jeweiligen Fachbereich gängigsten Fremdsprachen abgehalten werden.

Keine Leistungsnachweise nach dem 2. Semester

1. Der LHG spricht sich gegen die von der Bundesregierung vorgeschlagene Einführung von Leistungs- bzw. Studienstandsnachweisen nach dem 2. Semester für alle Studierende aus. Diese stellen einen nicht akzeptablen Eingriff in die Studienfreiheit des Einzelnen dar. Der durch sie erzeugte Leistungsdruck wird es den Studienanfängern noch schwerer machen, sich in das Studium einzugewöhnen und wird viele Studierende aus ihrem Wunschstudium heraushalten oder -werfen.
2. Der LHG lehnt auch die Einführung von Leistungs- bzw. Studienstandsnachweisen nach dem 2. Semester nur für BaföG-Empfänger ab. Diese würden dadurch neben den sich durch den geringen Förderungssatz ergebenden sozialen Problemen noch zusätzlich gegenüber finanziell besser gestelten Studierenden benachteiligt. Für den LHG stellt dieses Die Einführung eines „sozialen Numerus Clausus“ dar.
3. Der LHG fordert, die Studienbedingungen an deutschen Universitäten zu verbessern; die derzeitigen Bedingungen sind extrem schlecht (überfüllte Hörsäle, wenig Professoren, schlechte Qualität der Lehre, wenig Prüfungstermine, volle Wartelisten, überfüllte Seminare); unter derartigen Umständen ist eine Beschleunigung des Studiums durch etwaige Leistungsnachweise unmöglich. Zudem läßt eine erzwungene Einengung des Studiums keine interdisziplinären Studien zu, das Studium verkommt zu einem Schmalspurstudium. Eine Beschleunigung ist nur mit Qualitätsverbesserungen der Lehre und der Studienbedingungen zu erreichen.

Öffnung des Lehramts für Universitätsabsolventen ohne Staatsexamen

Der LHG spricht sich dafuer aus, das Lehramt an Gymnasien fuer Bewerber ohne Lehramtsstudium und Staatsexamen zu oeffnen; das heisst das: das Staatsexamen soll nicht laenger unverzichtbare Voraussetzung fuer die Einstellung als Referendar sein. Zusätzlich sind Nachweise über die Fähigkeiten im Fach Pädagogik zu erbringen.

Stattdessen sollen ein abgeschlossenes Universitaetsstudium in einem am Gymnasium unterrichteten Fach und eine bestandene fachspezifische Eignungspruefung (die von den einzelnen Schulen oder vom Land organisiert sein kann) Voraussetzung fuer die Einstellung als Referendar sein.
Im Referendariat wird die paedagogische Eignung ueberprueft, die dann ueber die Einstellung entscheidet.

Gewalt an Schulen

Der LHG setzt sich mit Nachdruck dafür ein, die Studienordnungen für Lehramtsstudiengänge – insbesondere im Sekundarbereich – dahingehend zu ergänzen, daß der Themenbereich Gewalt an Schulen mit seinen Ausprägungen Gewalt von Schülern gegen Mitschüler und Gewalt von Schülern gegen Sacheigentum bei der Lehrerausbildung berücksichtigt wird; außerdem soll die Vermittlung sozialer Kompetenzen unter den Lehramtsanwärtern verbessert werden.

Förderung von Evaluation in der Eigenverantwortung der Hochschulen

Der LHG fordert alle Landesregierungen auf, Gelder bereitzustellen, damit alle Hochschulen in eigener Verantwortung Programme zur Evaluation der Lehre durchführen können. Eine finanzielle Absicherung der studentischen Beteiligung ist dabei zu beachten.

Die zwischenhochschulische Einrichtung von Evaluationsagenturen auf Landesebene kann zur Förderung und Begleitung der Evaluation sinnvoll sein.