Archiv der Kategorie: 11. Bundesmitgliederversammlung, Juni 1993 in Bonn

Unterstützung der Kulturinstitutionen

Die Bundesregierung bzw. das Auswärtige Amt wird aufgefordert, Institutionen, die deutsches Kulturgut im Ausland verbreiten, soweit sie ganz oder überwiegend mit öffentlichen Mitteln betrieben oder gefördert werden (wie z.B. die Goethe-Institute), weiterhin mit mindestens dem gleichen Aufwand zu unterstützen und diesen möglichst auszubauen.

Grundsatzpapier des LHG zum Internationalen Studententag am 4. Juni 1993

Am heutigen Tag, dem 4. Jahrestag der blutigen Niederschlagung der studentischen Demokratiebewegung in der Volksrepublik China bekundet der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen (LHG) angesichts der fortdauernden Repressionen seine Solidarität mit unseren Kommilitonen.

 

„Wir werden Euren Mut nicht vergessen“

 

Wir sind zutiefst enttäuscht und es ist nicht länger hinnehmbar, daß Menschenrechte nicht mehr offener Gegenstand der deutschen Außenpolitik gegenüber der Volksrepublik China sein sollen (Außenminister Kinkel zu seiner Chinareise). Der LHG ist davon überzeugt, daß die Verteidigung und Förderung der Menschen- und Bürgerrechte Kernstück gerade einer liberalen Außenpolitik zu sein hat.

 

Wir fordern:

 

  • Sofortige Freilassung und Rehabilitierung aller politischen Gefangenen!

 

  • Schrittweise Demokratisierung der chinesischen Gesellschaft, insbesondere des Bildungswesens!

 

  • Ausübung internationalen Drucks zur Durchsetzung der Menschenrechte in China!

Frauenförderung innerhalb des LHG

  1. Zur Situation von Frauen in Politik und Verband

 

In unserer Gesellschaft werden Frauen nachweislich noch immer anders sozialisiert als Männer. So sind Jungen im Hinblick auf Konkurrenzverhalten und Durchsetzungsvermögen eher angespornt, Mädchen hingegen meist zu Zurückhaltung und Harmoniebestreben erzogen.

Hieraus resultieren sowohl unterschiedliches Diskussions- als auch unterschiedliches Konkurrenzverhalten.

Politik und auch andere gesellschaftliche Bereiche (z.B. Wissenschaft) werden seit Jahrhunderten von Männern dominiert. Strukturen dieser Bereiche wurden von Männern geschaffen und geprägt.

Frauenförderung zielt fast immer darauf ab, Frauen in die bestehenden Strukturen einzupassen und ihre Arbeitsweisen in den jeweiligen Bereichen denen von Männerngleichzumachen. Hierbei werden geschlechtsspezifische Unterschiede nicht berücksichtigt.

Ziel einer konsequenten Frauenförderung darf jedoch nicht allein sein, prozentual höhere Anteile, beispielsweise im Verband, zu erhalten und diese in die hierarchischen Strukturen einzupassen.

 

Frauen sollten vielmehr Freiräume geschaffen werden, damit sie eigene Arbeitsweisen entwickeln können, mit denen sie sich identifizieren können. Der LHG sollte sich deshalb zum Ziel setzen, das Anders-Sein der beiden Geschlechter zu akzeptieren und neue, von Frauen geprägte Arbeitsweisen in die innerverbandlichen Strukturen zu integrieren.

 

Dazu wird ein AK-Frauen eingerichtet, der sich seine Strukturen autonom gibt. Weiterhin fordert der AK für den LHG – Bundesverband folgende Maßnahmen:

 

  1. Sämtliche Dokumente werden geschlechtsneutral formuliert.
  2. Der AK-Frauen wählt einmal jährlich eine Person, die die Interessen des AK vertritt. Der BuVo wird aufgefordert, diese Person zu kooptieren und ihr Stimmrecht zu erteilen. Die Person hat die Aufgaben, die Kommunikation und Koordination zwischen BuVo und den Initiativen der Frauen in den einzelnen Hochschulgruppen zu gewährleisten sowie den Arbeitskreis nach außen zu vertreten.

Flugblätter in Mensen

 

Die Bundesmitgliederversammlung der Liberalen Hochschulgruppen fordert das Deutsche Studentenwerk und die örtlichen Studentenwerke auf, vor Ort zumindest für einen politisch und ökologischen „Minimal‑Standard“ im Umgang mit hochschulpolitischen Flugblättern und Zeitungen zu sorgen.

Es widerspricht den erklärten Zielen der Studentenwerke, daß Informationen über und durch studentisches Engagement anderer Studierender durch rigides Tischeabräumen oder direkte und indirekte Verteil-Verbote vorenthalten werden. Desweiteren muß sichergestellt werden, daß die ausgelegten Flugblätter der Altpapier-Verwertung zugeführt werden und nicht in den „Hausmüll“ wandern.

 

Das heißt konkret:

 

  • kein Flugblattabräumen während der Öffnungszeiten der Mensen
  • getrennte Papiersammlung

AK Internationales

Es wird ein Informationspool/ein Netzwerk über den Themenkomplex „Studieren und Aufenthalt im Ausland“ aufgebaut, um die Mobilität, Auslandsstudien und Auslandserfahrungen bei Studenten zu fördern. Ziel ist es, auf der Grundlage von EDV und durch aktive Mitarbeit von LHG-Mitgliedsgruppen, Förderungsprogramme, Richtlinien, Auslandskontakte, Erfahrungsberichte, Referenzadressen, … etc. zu sammeln, zusammenzufassen, zu katalogisieren, zu strukturieren und als Grundlage für Servicearbeit den Gruppen wieder zur Verfügung zu stellen.

Dieser Informationspool soll als ständige Aufgabe des AK Internationales in die Arbeit des Bundesverbandes eingehen.